Bei vielen Alltagsbeschwerden gilt: Die beste Medizin ist – gar keine Medizin. Hämorrhoiden sind so ein Fall. Ein Hämorrhoidalleiden im Anfangsstadium ist am wirkungsvollsten mit ein paar einfachen Verhaltenstipps zu behandeln. Und mit einem Heilmittel, das jeder zu Hause hat, das praktisch nichts kostet und keinerlei Nebenwirkungen hat. Damit meinen wir reines, natürliches Wasser. Lesen Sie hier, welche erstaunlichen Wirkungen das uralte Heilmittel Wasser bei Problemen mit Hämorrhoiden entfalten kann.

Heilmittel Wasser © chaoss/Shutterstock.com

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Heilmittel Wasser – seit der Antike bekannt

Die positiven Wirkungen von Wasser auf unseren Körper sind bereits seit der Antike bekannt. Schon die alten Römer trafen sich in öffentlichen Bädern, um sich im warmen Thermalwasser zu entspannen und nebenbei den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Knapp 2000 Jahre später hat der deutsche Pfarrer Sebastian Kneipp die Idee der Wasserbehandlungen wieder aufgegriffen und seine bekannten „Kneipp-Kuren“ entwickelt.

Das Heilmittel Wasser entfaltet seine Wirkung auf unseren Körper auf unterschiedliche Weise:

Von Innen:

Mit Wasser ist unser Körper in seinem Element. Zu rund 70 Prozent bestehen wir aus Wasser – bei Kindern und Babys ist es sogar noch etwas mehr. Wasser dient in unseren Zellen als Lösungsmittel, hält den Blutkreislauf im Fluss und schwemmt über den Urin Abfallstoffe aus dem Körper. Wenn wir austrocknen, kommen sämtliche Stoffwechselprozesse zum Erliegen. Schon bei einem Wasserverlust von nur 10 Prozent besteht Lebensgefahr!

Von Aussen:

Wasser – ob in flüssiger Form, als Dampf oder Eis – leitet Wärme und Kälte rascher und unmittelbarer an unseren Körper weiter als Luft. Warmes Wasser wirkt entkrampfend und löst Verspannungen. Kaltes Wasser dagegen regt Kreislauf und Durchblutung an, kann Entzündungsprozesse und Schwellungen lindern. Eine spezielle Reizwirkung erzielt man durch wechselwarme Duschen. Frisches, sauberes Wasser ist zudem für die Körperhygiene essentiell. Die tägliche Dusche hat für die meisten von uns genauso wie das Zähneputzen seinen fixen Platz im Tagesablauf.

Was das Heilmittel Wasser bei Hämorrhoiden leistet

Beide Wirkungen des Heilmittels Wasser auf den Körper – die von innen und die von aussen – können Sie sich zunutze machen, um Problemen mit Hämorrhoiden vorzubeugen oder ein beginnendes Hämorrhoidalleiden in den Griff zu bekommen.

1. Wasser Marsch: Damit die Verdauung im Fluss bleibt

Eines der ersten Symptome, an dem wir einen Wassermangel bemerken, ist Verstopfung. Trinken wir zu wenig, dann holt sich der Körper die benötigte Flüssigkeit unter anderem aus dem Darminhalt. Der Stuhl wird hart und trocken, und wir plagen uns auf der Toilette ab, um ihn nach aussen zu befördern. Übermässiges Pressen wiederum ist Gift für die Hämorrhoiden, zumal wenn es regelmässig geschieht. Denn wir pressen dadurch zugleich Blut in die Blutgefässe am Po, die so nach und nach ausleiern – das bekannte Hämorrhoidalleiden entsteht.

Chronische Verstopfung ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Probleme mit Hämorrhoiden! Wer sich das Übel ersparen will, sollte daher auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten, sich regelmässig bewegen und vor allem ausreichend trinken.

Trinken zur Gewohnheit machen

Bei dem Heilmittel Wasser ist Zurückhaltung fehl am Platz: Besser ist es, dem Durstgefühl zuvorzukommen. Trinken Sie also ruhig einmal über Ihren Durst! Oder fahren Sie den Tank Ihres Autos bis zum letzten Tropfen leer, bevor Sie nachtanken? Das könnte brenzlig werden. Bei Ihrem Körper ist es ähnlich: Wenn das Warnlämpchen blinkt und Sie Durst verspüren, ist es oft schon zu spät, der Körper leidet bereits unter Wassermangel. Wer chronisch zu wenig trinkt, kann das Durstgefühl auch „verlernen“. Hinzu kommt, dass viele Menschen mit zunehmendem Alter ihre inneren Körpersignale immer schlechter wahrnehmen.

Da hilft nur, sich das Trinken zur Gewohnheit zu machen. Bereiten Sie sich morgens eine Wasserflasche mit der nötigen Trinkmenge (Richtwert: mindestens 2 Liter) vor, die Sie gut sichtbar auf ihrem Schreibtisch platzieren – oder wo auch immer Sie die meiste Zeit verbringen. Oder trinken Sie zu jeder vollen Stunde ein Glas Wasser.

Wer schon Probleme mit seinen Hämorrhoiden hat, sollte umso mehr darauf schauen, „im Fluss“ zu bleiben! Gerade ein Hämorrhoidalleiden im Anfangsstadium lässt sich meist ganz ohne Medikamente in den Griff bekommen, indem Sie auf eine geregelte Verdauung achten und Ihren Po ganz besonders zuvorkommend behandeln.

2. So sanft, so sauber: Hygiene mit Wasser

Bei Problemen mit vergrösserten Hämorrhoiden ist die richtige Hygiene ein ganz wichtiges Thema – vor allem die nach dem Stuhlgang. Oft ist die Haut ohnehin bereits wund und gereizt, weil durch das Hämorrhoidalleiden die „Abdichtung“ schlechter funktioniert und dadurch kleine Mengen Stuhl und Analsekret austreten. Sie sind mit verantwortlich für die klassischen Symptome wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen.

Wichtig ist es die betroffenen Hautpartien sorgsam zu reinigen, möglichst ohne sie weiter zu strapazieren. „Wischen“ verstärkt das Problem: Trockenes Toilettenpapier wirkt auf geschundener Haut wie ein Schmirgelschwamm! Feuchttücher mögen sich zwar angenehmer anfühlen, sie enthalten allerdings jede Menge chemische Stoffe. Diese reizen die Haut und können sogar Allergien auslösen.

Po-Service: Einmal waschen und trocknen bitte

Die bessere Alternative, um nach dem Toilettengang sauber zu werden, ist reines Wasser. Eine Dusche reinigt erstens viel gründlicher als Papier, zweitens ist Wasser frei von Chemikalien. Das Heilmittel Wasser ist das sanfteste und zugleich effektivste Reinigungsmittel – auch und gerade am Po! Zusätzliche Seifen oder Duschgels sind im Intimbereich übrigens völlig überflüssig. Sie beeinträchtigen nur die natürliche Hautbarriere.

Am einfachsten gelingt eine Po-Dusche über einem Dusch-WC oder einem Bidet. Toiletten mit Duschfunktion verfügen zudem über einen Warmluftföhn, so dass Sie sich das Trockentupfen mit dem Handtuch ersparen. Wer weder Dusch-WC noch Bidet in seinem Bad hat, sollte nach dem Klogang einen kurzen Abstecher unter die Dusche machen – Ihr Po wird es Ihnen danken.

3. Wellness-Behandlung für geplagte Hämorrhoiden

Wenn Sie schon einmal dabei sind: Verpassen Sie Ihren Hämorrhoiden doch einmal eine kleine Wellness-Behandlung! Mit modernen Dusch-WCs funktioniert das sehr bequem, denn diese verfügen meist über spezielle Funktionen wie wechselwarme oder pulsierende Duschen. Der Wasserstrahl erfrischt und massiert das Gewebe, die Temperaturreize regen zudem die Durchblutung an. Viele Menschen mit einem beginnenden Hämorrhoidalleiden oder Problemen wie Verstopfung empfinden das als sehr wohltuend. Natürlich können Sie sich diese Wirkungen des Heilmittels Wasser auch unter der „normalen“ Dusche zunutze machen.

Hämorrhoiden: Eine Frage des Lebensstils

Vergrösserte Hämorrhoiden sind in erster Linie eine Zivilisationskrankheit: Schuld sind meist eine falsche Ernährung und die daraus resultierende Verstopfung, Bewegungsmangel, Übergewicht und dauerhafter Stress. Um dem verbreiteten Po-Leiden vorzubeugen, sind Sie also selbst gefordert.

Das Heilmittel Wasser spielt bei der Vermeidung von Hämorrhoiden eine zentrale Rolle – sowohl innerlich wie auch äusserlich. Ihr Körper braucht Flüssigkeit und nochmals Flüssigkeit, um seine Stoffwechselprozesse und die Verdauung am Laufen zu halten. Wenn Sie sich zudem noch eine schonende Po-Reinigung mit Wasser angewöhnen, haben Sie Ihren Hämorrhoidalgefässen bereits viel Gutes getan!