Wie wir gesehen haben, gibt es Hilfe bei Hämorrhoidalleiden – egal in welchem Stadium. Da aber die Maßnahmen selten von heute auf morgen wirken – vor allem die konservativen Therapien brauchen ihre Zeit -, werden Sie eine Zeit lang mit Ihrem Hämorrhoidalleiden auskommen müssen. Wie man mit einem solchen tagaus, tagein leben kann, ohne dass das Leiden sich wortwörtlich ständig bemerkbar macht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Sie sind nicht allein

​Der umfangreiche Ratgeber ​zu Hämorrhoiden

​​​​Erfahren​ Sie alles rund um das Thema Hämorrhoiden: Wie es dazu kommt, was ​Sie vorbeugend tun ​sollten und wie Sie das Leiden lindern können.

Zuerst einmal ist es wichtig, zu wissen, dass Sie mit diesem Leiden nicht alleine sind. Hämorrhoidenleiden sind weit verbreitet – es spricht nur keiner darüber, weil das Thema den meisten peinlich ist. Dieses Schweigen führt dazu, dass man als Betroffener noch mehr leidet als nur unter den körperlichen Folgen der vergrösserten Hämorrhoiden, weil man sich mit diesem Problem alleine wähnt. Dem ist nicht so. Nur schon dieses Wissen kann für Erleichterung sorgen.

Erleichterung im Alltag

Hämorrhoidalleiden äussern sich auf verschiedene Art und Weise. Neben regelrechten Schmerzen oder gar Blut kann ein fieser Juckreiz fast quälender sein als alles andere. Erstens möchte man ständig kratzen, zweitens traut man sich nicht. Zwar ist es sicher besser, nicht zu kratzen, da dies die Haut nur noch mehr reizt und damit den Juckreiz verstärkt, aber der Wunsch bleibt drängend. Wie also mit diesem Juckreiz umgehen?

Zentral ist die After-Hygiene nach Ihrem grossen Geschäft. Vermeiden Sie es, stark mit Papier zu reiben und verzichten Sie auf alles, was die Haut reizt. Auch Feuchttüchlein sind mehr gut gemeint als gut gemacht, da die darin enthaltenen Substanzen die Haut eher reizen, als sie besänftigen. Am hautschonendsten ist eine sanfte Reinigung mit Wasser. Ein Closomat leistet da gute Dienste, weil nach der Sitzung ein warmer Wasserstrahl den Allerwertesten säubert und bevor er mit warmer Luft angenehm getrocknet wird. So wird alles ohne Reibung oder Reizung sauber. Sie werden merken, wie gut das tut und dass mit der Zeit auch der Juckreiz besser wird.

Sollten Sie keinen Closomat haben, hilft auch der Gang unter die Dusche, wo sie ebenfalls mit einem Wasserstrahl für Sauberkeit sorgen können. Wenn dies nicht geht, hilft alternativ ein Waschlappen mit warmem Wasser – versuchen Sie aber auf Reibung zu verzichten.

Ein Sitzbad kann den Juckreiz zusätzlich lindern. Dazu eignet sich pures Wasser oder aber Sie versetzen dieses mit Eichenrindenextrakt oder Kamille – lassen Sie sich für die richtigen Stoffe in der Apotheke beraten.

„Cremen und salben hilft allenthalben“

Auf eigene Faust oder aufgrund einer Google-Recherche etwas zu probieren, empfiehlt sich nicht, da die Gefahr einer Verschlimmerung zu gross ist. Es gibt gezielte Cremes, die bei vergrösserten Hämorrhoiden das Leiden etwas lindern können, zudem sind auch Zäpfchen oder Tabletten auf dem Markt. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welche Cremes und Salben es gibt, die Ihnen bei Ihrem Juckreiz und einer eventuellen Entzündungen helfen können.

Darm und Körper in Bewegung halten

Vor allem in einem frühen Stadium (Grad 1 und 2) ist es wichtig, alles zu tun, um eine Verschlimmerung zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass Sie sich ausgewogen ernähren. Ausreichend Gemüse und Nahrungsfasern helfen, die Verdauung zu regulieren. Wenn Sie zudem auf genügend Flüssigkeit achten, wird die ganze Masse im Darm gut befeuchtet und sitzt nicht fest. Auf diese Weise halten Sie Ihren Darm in Bewegung und erleichtern sich das grosse Geschäft, so dass kein übermässiger Druck durch Pressen nötig ist, welcher negativ auf Ihre Hämorrhoiden wirken würde.

Auch wenn so ein Sonntag auf dem Sofa ab und an erstrebenswert scheint: Achten Sie auf Bewegung. Gehen sie spazieren, laufen Sie ihrem Juckreiz davon. Vermeiden Sie Sportarten, bei denen ein grosser Druck auf den Beckenboden resultiert (zum Beispiel Gewichtheben), sondern versuchen Sie, diesen zusätzlich zu stärken durch Beckenbodengymnastik oder Pilates.

Die Moral von der Geschicht‘

Abschliessend können wir zum Thema Hämorrhoidalleiden folgendes zusammenfassen:

Sie sind nicht allein damit, viele Menschen sind davon betroffen. Es gibt verschiedene Stadien, die unterschiedliche Therapiemassnahmen erfordern (Artikel 2, Ursachen von Hämorrhoiden). Sie können selber etwas dazu beitragen, das Risiko für ein Hämorrhoidalleiden zu verringern, indem Sie sich ausgewogen und gesund ernähren und auf genügend Bewegung achten. Leider gibt es auch Ursachen wie Veranlagung und Vererbung – dagegen können Sie nichts tun, trotzdem aber mit den oben genannten Mitteln einer Verschlimmerung entgegenwirken.

Ist es mal da, das Leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der mit Ihnen das weitere Vorgehen bespricht. Neben Salben und Medikamenten, die er Ihnen verschreiben kann, helfen richtige Hygienemassnahmen wie Säuberung mit Wasser (zum Beispiel mit einem Closomat) und das Vermeiden von Reibung (wie bei trockenem WC-Papier).