Die Toilette – bloss ein Gebrauchsgegenstand? Keineswegs, rund um das „stille Örtchen“ gibt es jede Menge spannende und bisweilen skurrile Fakten zu entdecken! Wir haben für Sie einige erstaunliche Informationen rund um die Toilette zusammengetragen.

Toilette © Bartosz Budrewicz/shutterstock.com

© Bartosz Budrewicz/shutterstock.com

Hätten Sie etwa gewusst, dass …

1. … es in den antiken römischen „Prachtlatrinen“ zum Himmel gestunken haben muss?

Das antike Rom galt lange Zeit als Vorreiter in Sachen Toilettenhygiene. Denn öffentliche und private Latrinen waren bereits an ein Kanalnetz angeschlossen, die Notdurft wurde also durch fliessendes Wasser entfernt. Mitunter gab es sogar sogenannte „Prachtlatrinen“ mit Sitzen aus Marmor, Wandmosaiken und Bodenmalereien.

Forscher der Universität Cambridge haben nun herausgefunden, dass die hygienischen Zustände bei aller Pracht oft katastrophal gewesen sein müssen. Denn durch die offene Verbindung zwischen Toilettenraum und Kanalisationen trieben Ratten und Insekten in den Latrinen ihr Unwesen. Keime und Parasiten konnten sich ungehindert vermehren. Vor allem der Fischbandwurm war offenbar weit verbreitet, die Forscher konnten ihn in zahlreichen archäologischen Stuhlproben nachweisen.

2. … wir das heute übliche Wasserklosett einem schottischen Erfinder zu verdanken haben?

Im Mittelalter gerieten Wassertoiletten zunächst in Vergessenheit. Erst im Jahr 1589 machte sich der englische Dichter John Harington daran, eine Toilette mit Wasserspülung zu entwickeln. Queen Elisabeth I. höchstpersönlich hatte die Erfindung in Auftrag gegeben. Die Benützung war noch etwas mühsam: Um zu „spülen“, musste man mit einem Stab eine Schleuse am Boden der Klosettschüssel öffnen.

Erst knapp 200 Jahre später meldete der Schotte Alexander Cumming eine Toilette mit einem Siphon, also einem doppelt gekrümmten Abflussrohr, zum Patent an. Diese Bauart ist noch heute üblich und bewahrt uns vor allzu schlechten Gerüchen.

3. … die teuerste Toilette der Welt gut 17 Millionen Schweizer Franken gekostet hat?

Ja, Sie haben richtig gelesen: Umgerechnet mehr als 17 Millionen Schweizer Franken ist die kostspieligste Toilette der Welt wert. Und dabei ist sie weder vergoldet noch mit Diamanten besetzt, sondern ähnelt optisch eher einem Traktorsitz. Der stattliche Preis verdankt sich der besonderen Umgebung: Die Toilette befindet sich auf der internationalen Raumstation ISS.

Die Schwerelosigkeit macht den Klogang für die Astronauten zu einer ziemlich diffizilen Angelegenheit. Sie müssen zielgenau ein kleines Loch treffen, wo das „Geschäft“ durch Unterdruck in einen Behälter gerissen wird. Weil auch Wasser im All ein kostbares Gut ist, wird der Urin übrigens gefiltert und wieder in Trinkwasser umgewandelt.

4. … jeder Schweizer im Schnitt 21 Kilogramm Toilettenpapier pro Jahr verbraucht?

Von diesem Luxus können Astronauten nur träumen: Statistiken zufolge spült jeder Schweizer und jede Schweizerin rund 21 Kilogramm Toilettenpapier jährlich den Abfluss hinunter. Selbst im europäischen Vergleich ist das ein Spitzenwert: Im benachbarten Deutschland kommt man mit 15 Kilogramm pro Kopf und Jahr aus, und im EU-Schnitt liegt der Jahresverbrauch sogar bei „nur“ 13 Kilogramm.

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5. … 51 Prozent der Deutschen am Klo am liebsten Zeitschriften lesen?

Toilettenpapier falten wird mit der Zeit langweilig. Viele Toilettenbenützer nehmen daher ihre Lieblingslektüre mit auf das WC. Unsere deutschen Nachbarn lesen Umfragen zufolge am liebsten Zeitschriften und Zeitungen, während sie auf der Toilette sitzen. Zu Büchern greifen dagegen nur 11 Prozent – die Hälfte davon bevorzugt Krimis. Und: Jeder 50. wünscht sich auf öffentlichen Toiletten einen Anschluss für Laptop oder Smartphone.

6. … Küchen-Schneidbretter 200 mal schmutziger als Toilettensitze sind?

Würden Sie Ihr Abendessen auf dem Toilettensitz servieren? Wissenschaftlern der Universität Arizona zufolge könnte das hygienischer sein als die übliche Zubereitung in der Küche. Die Mikrobiologen fanden auf Toilettensitzen durchschnittlich gerade einmal 50 Keime pro Quadratzoll (ca. 6 cm2). Das ist eine sehr geringe Anzahl und rund 200 mal weniger, als sich etwa auf Küchen-Schneidbrettern nachweisen liess.

Es kommt noch schlimmer: Küchenschwämme sind sogar um rund 200.000 mal stärker mit Keimen belastet als Toilettensitze. Der Grund ist das feuchte Milieu, das ideale Bedingungen für Kleinstlebewesen bietet. Auf einer trockenen und völlig glatten Fläche wie einem Toilettensitz können Keime dagegen nur schwer für längere Zeit überleben.

7. … die Angst vor öffentlichen Toiletten als Krankheit anerkannt ist?

Obwohl WCs offenbar sauberer sind als allgemein angenommen, haben zahlreiche Menschen Scheu vor öffentlichen Toiletten. Bei einigen Betroffenen verkrampft sich der Schliessmuskel sogar so sehr, dass es ihnen unmöglich ist, auf öffentlichen WCs ihre Blase zu entleeren. Mediziner sprechen von einer „Paruresis“, diese gilt als echte Erkrankung. Geholfen werden kann Betroffenen durch Entspannungsübungen oder Psychotherapie.

8. … es öffentliche Toiletten mit halbdurchsichtigen Wänden gibt?

Es muss der Albtraum jedes Toilettenphobikers sein: In Lausanne wurden im Jahr 2009 öffentliche Toiletten mit gläsernen Wänden errichtet. Das dabei verwendete Spezialglas wird undurchsichtig, wenn es unter elektrischer Spannung steht. Toilettenbenützer mussten einen Knopf betätigen, wenn sie ihr „Geschäft“ unbeobachtet verrichten wollten.

Eine ähnliche Toilette entstand in Basel im Rahmen einer Kunstaktion. Ihre Wände waren aus halbdurchsichtigem Glas gefertigt: Während sie von innen durchsichtig erschienen, waren sie von aussen absolut blickdicht. Benützer konnten bei ihrem Klogang das Treiben draussen auf der Strasse verfolgen, während sie selbst unbeobachtet blieben.

9. … sich jeder zweite Arbeitnehmer auf der Toilette eine Pause gönnt?

Die Intimität des „stillen Örtchens“ nutzen offenbar zahlreiche Arbeitnehmer, um sich eine Pause vom anstrengenden Joballtag zu gönnen. Einer aktuellen Umfrage der Jobbörse Jobware zufolge sagen 48 Prozent, sich hin und wieder zur Entspannung auf die Toilette zurückzuziehen. 15 Prozent nutzen dabei das Smartphone, um zu chatten oder zu spielen. Das scheint sich auch bei Arbeitgebern herumgesprochen zu haben: Rund ein Drittel der Chefs geht davon aus, dass ihre Angestellten das WC für Arbeitspausen zweckentfremden.

10. … das Verbot der Toilettenbenützung als Körperverletzung gilt?

Gleiches gilt für Schüler: Auch sie werden von ihren Lehrern häufig verdächtigt, während der Unterrichtszeit nur zum Chatten oder Telefonieren auf die Toilette zu gehen. Manche Lehrkräfte gehen gar so weit, ihren Schülern den Toilettengang während der Unterrichtsstunden zu verbieten.

Damit machen sie sich im rechtlichen Sinn möglicherweise der Körperverletzung schuldig. An einer deutschen Schule konnte eine Schülerin ihren Drang nicht mehr halten, nachdem ihr die Lehrerin verboten hatte auf die Toilette zu gehen. Die Eltern drohten daraufhin mit einer Strafanzeige. Rechtsexperten zufolge kommt ein Toilettenverbot einer Körperverletzung gleich. Die Toilettenbenützung sei ein Menschenrecht – auch für Schüler während der Unterrichtszeit.

Übrigens: Statistisch gesehen verbringen Sie pro Tag 20 Minuten auf der Toilette. Innerhalb eines Jahres summiert sich das auf gut 5 Tage, im Laufe eines 80-jährigen Lebens auf etwa 1 Jahr und 1 Monat. Ziemlich viel Zeit also für einen Ort, dem wir im Alltag oft wenig Beachtung schenken!