Entspannung finden, loslassen, im Fluss bleiben: Genau das verspricht die Jahrtausende alte asiatische Lehre Feng Shui, die auch hierzulande immer mehr Anhänger findet. Wir erklären, was genau es damit auf sich hat und wie Sie die Grundsätze des Feng Shui nutzen können, um Ihr Badezimmer in Ihr persönliches Wellness-Refugium zu verwandeln.

Badezimmergestaltung nach Feng Shui

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Gegensätze verbinden: Feng Shui als Harmonielehre

„Wind und Wasser“ – das bedeutet die chinesische Bezeichnung „Feng Shui“ wörtlich übersetzt. Gemeint ist das Zusammenspiel der Elemente im Universum. Der chinesischen Philosophie zufolge steht alles in einer dynamischen Verbindung: die Naturkräfte untereinander genauso wie der Mensch mit der Natur. Ideal ist es, wenn die universelle Lebensenergie, das feinstoffliche „Chi“, dabei frei fliessen kann. Dazu ist es nötig, auf einen harmonischen Ausgleich von Gegensätzen zu achten. Die Feng-Shui-Lehre befasst sich damit, wie sich die angestrebte Harmonie bei der Gestaltung von Räumen gezielt herstellen und fördern lässt.

Wasser – im Feng Shui ein besonderes Element

Dem Badezimmer und WC kommt dabei besondere Bedeutung zu. Wasser ist laut Feng Shui ein ganz spezieller Energieträger, denn das „Chi“ haftet am Wasser und bleibt mit ihm im Fluss. Im Badezimmer und auf der Toilette kann daher viel „schlechte“ oder „verbrauchte“ Energie abfliessen – doch auch das „gute“ Chi kann tendenziell verloren gehen. Unserem Wohlbefinden zuliebe sollten wir uns daher bemühen, dem im Bad dominierenden Wasser möglichst ausgleichende Elemente zur Seite zu stellen. So kräftigen und stabilisieren wir unsere eigene Lebensenergie.

Das Bad nach Feng Shui-Grundsätzen planen

Sie planen ein neues Bad und haben es selbst in der Hand, über Ort und Position zu bestimmen? Dann können Sie bereits durch die richtige Lage der Sanitärräume im Haus die Basis für ein harmonisches Wohnambiente schaffen. Vermeiden sollten Sie es, die Toilette direkt gegenüber der Eingangstür zu platzieren. Wer möchte schon als erstes das „stille Örtchen“ im Blick haben, wenn er ein Haus betritt? In mehrgeschossigen Häusern sind auch die Räume direkt über der Eingangstür oder über der Küche kein optimaler Ort für die Toilette. Denn dann fliesst das „verbrauchte“ Chi unmittelbar dort ab, wo „frisches“ Chi ins Haus bzw. in unseren Körper gelangen soll.

Besser ist es, wenn für Bad und WC ein ruhig gelegener Raum etwas abseits von Küche und Schlafräumen zur Verfügung steht. Optimal ist ein lichtdurchfluteter Raum mit Fenstern, die sich zu einem privaten Hinterhof oder Garten hin öffnen. Positiver Nebeneffekt: Sie haben von der Wanne aus eine schöne Rundum-Sicht, ohne neugierigen Blicken ausgesetzt zu sein.

Badewanne und Toilette als besondere Orte

Wo wir beim Thema Badewanne sind: Damit Sie sich darin ungestört entspannen können, sollten Sie es vermeiden, dass die Wanne genau zwischen Tür und Fenster steht. Denn zwischen diesen beiden Öffnungen fliesst Energie. Befinden Sie sich nun genau im „Durchzugsfeld“, dann kann das laut Feng Shui Unbehagen hervorrufen, ähnlich wie ein permanenter Luftzug.

Auch die Position der Toilette spielt für den Energiefluss im Bad eine wesentliche Rolle. Ungünstig ist der Platz direkt gegenüber der Tür. Ältere Feng Shui-Ratgeber empfehlen für die Toilette häufig einen separaten Raum, abseits von Dusche oder Badewanne. Durch die verbesserte Sanitär- und Raumbelüftungs-Technik ist das heute kein absolutes Muss. Viele Menschen empfinden es als angenehm, das WC durch (mobile) Trennwände etwas abzuschirmen.

Die richtigen Materialien: Wasser durch ausgleichende Elemente harmonisieren

Klarer Fall: Wasser ist in Bad und WC das dominierende Element. Wasser wird im Feng Shui mit Kälte und Nacht assoziiert, zugleich kann es viel „Chi“ binden. Um einen harmonisches Energiefluss zu fördern, sollten Sie der chinesischen Lehre zufolge ausgleichende Elemente in Ihr Bad integrieren. Vor allem Holz gilt als idealer Gegenspieler zu Wasser, weil Holz nur mithilfe von Wasser wächst und gedeiht. Es kann daher sinnvoll sein, Elemente aus Holz in das Bad zu integrieren.

Neben Holz empfehlen Feng Shui-Experten auch Naturmaterialien wie Bambus, Marmor, Naturstein oder Keramik. Denn diese sollen das „Chi“ besser halten als Kunststoffmöbel oder –oberflächen.

Kleine Massnahmen, grosse Wirkung – wie Sie ein bestehendes Bad optimieren

Ein Wohnungsumbau oder eine komplette Bad-Renovierung ist Ihnen zu radikal? Keine Sorge: Auch ein bestehendes Bad können Sie mit einfachen Massnahmen Feng Shui-gerecht umgestalten! Die chinesische Harmonie-Lehre ist ein recht flexibles Instrumentarium, das für jede Wohnsituation individuelle Lösungen bietet.

Mit diesen 7 Tipps und Tricks harmonisieren Sie Ihr Bad im Handumdrehen:

1. Sorgen Sie für helle, frische Farben

Helle Farben und Naturtöne wie Beige, Terrakotta, Ocker oder Gelb schaffen im Bad ein freundliches, ausgeglichenes Ambiente. Oft reicht dafür schon ein frischer Wandanstrich. Auch durch neue Badtextilien erzielen Sie mit minimalem Aufwand eine erstaunliche Wirkung!

2. Achten Sie auf abgerundete Formen

Die Feng Shui-Lehre rät generell zu runden, geschwungenen Formen anstatt harter Ecken und Kanten. Falls Sie keine neuen Möbel anschaffen wollen: Durch einen flauschigen Teppich oder runde Aufbewahrungskörbe aus Naturmaterialien vermittelt Ihr Bad sofort einen „weicheren“ Eindruck.

3. Platzieren Sie den Spiegel an einer geeigneten Stelle

Spiegel sorgen für eine optische Verdoppelung und sollten daher möglichst schöne Dinge reflektieren. Achten Sie darauf, dass sich gegenüber des Spiegels keine Toilettenpapier-Vorratspackungen oder Körbe mit Schmutzwäsche befinden.

4. Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung

In dunklen, schummrigen Ecken stagniert dem Feng Shui zufolge das Chi. Gerade wenn Ihr Bad keine Fenster hat, sollten Sie daher auf ein gutes Beleuchtungskonzept achten. Ideal sind mehrere helle Lampen mit einer möglichst warmen Lichtfarbe.

5. Werten Sie Ihr Bad durch Zimmerpflanzen auf

Grünpflanzen bringen ein Stück Natur ins Bad und beleben zugleich die Raumluft. Achten Sie auf Arten, die gut mit Wärme und Feuchtigkeit zurecht kommen, wie beispielsweise Efeu, Einblatt oder Schusterpalme.

6. Halten Sie Ordnung

Unordnung symbolisiert im Feng Shui negative Energie. Verstauen Sie Ihre Schmutzwäsche und Kosmetik-Tiegelchen daher besser in geschlossenen Kästen anstatt in offenen Regalen, und räumen Sie regelmässig auf. Falls Sie unter chronischem Platzmangel leiden: Schon mobile Kleinmöbel oder geschlossene Körbchen schaffen im Nu zusätzlichen Stauraum. Nimmt das Chaos regelmässig überhand, sollten Sie radikalere Schritte setzen. Trennen Sie sich beispielsweise von Kosmetika oder Parfums, die seit Monaten oder gar Jahren ungenutzt herumstehen!

7. Schliessen Sie den WC-Deckel

Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Massnahme ist es, den WC-Deckel geschlossen zu halten. Denn laut Feng Shui fliesst sonst im Übermass „Chi“ durch den Abfluss ab. Und nebenbei ist ein geschlossener WC-Deckel meist auch ein schönerer Anblick.