8 typische Symptome, an denen Sie Hämorrhoiden erkennen

„Hämorrhoiden – was juckt mich das?“ denkt so mancher. Bis es plötzlich wirklich juckt. Und brennt. Und bei jedem Klogang höllisch schmerzt. Alles Symptome, die auf Hämorrhoiden hindeuten – oder andere Ursachen haben können. Erfahren Sie, woran Sie Hämorrhoiden erkennen und was es sonst noch sein kann, wenn es „hintenrum“ zwickt und zwackt.

Hämorrhoiden erkennen © Red On/ Shutterstock.com

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Hämorrhoiden – ein ganz normaler Körperteil

Wer unter seinen Hämorrhoiden leidet, will sie verständlicherweise so rasch als möglich loswerden. Keine gute Idee: Hämorrhoiden sind völlig normale Blutgefässe am Ausgang des Enddarms. Sie unterstützen unseren Schliessmuskel bei seiner Arbeit, indem sie sich zeitweilig mit Blut füllen und so für die „Feinabdichtung“ sorgen. Beschwerden entstehen erst, wenn die Hämorrhoiden dauerhaft mit Blut gefüllt bleiben – ähnlich wie Krampfadern an den Beinen. Solche vergrösserten Hämorrhoiden können dann verschiedene Beschwerden verursachen. Manchmal verhalten sie sich auch ruhig, zumal wenn sie nur leicht ausgeprägt sind.

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Vergrösserte Hämorrhoiden erkennen: Schweregrade

Mediziner unterscheiden bei vergrösserten Hämorrhoiden 4 Schweregrade:

  • Grad I: Im Anfangsstadium sind Hämorrhoiden schwer zu erkennen, da sie nur leicht vergrössert sind, kaum hervortreten und meist auch keine Beschwerden verursachen.
  • Grad II: Im zweiten Stadium wölben sich die Hämorrhoiden als weiche Knoten aus dem Anus hervor, wenn wir auf der Toilette stark pressen, und ziehen sich anschliessend wieder an ihren normalen Ort zurück.
  • Grad III: Mit fortschreitender Krankheit stülpen sich diese Knoten dauerhaft aus, lassen sich händisch aber wieder in den Enddarm zurückschieben.
  • Grad IV: In diesem Stadium ragen die Hämorrhoiden dauerhaft aus dem After heraus, ohne sich zurückschieben zu lassen. Wölbt sich zugleich auch ein Stück der Analschleimhaut nach aussen, dann sprechen Mediziner von einem Analprolaps (Analvorfall).

Während Hämorrhoiden des I. und II. Grades meist nur leichte Beschwerden verursachen, kann es im III. und IV. Krankheitsstadium richtig unangenehm werden – vor allem wenn der Schliessmuskel die ausgetretenen Hämorrhoiden einklemmt.

Hämorrhoiden erkennen: Die typischen Symptome

Woran können Sie nun Hämorrhoiden erkennen? Die häufigsten Beschwerden sind:

  • Blutungen: Häufig kommt es im Anfangsstadium zu schmerzlosen Blutungen am Anus. Typischerweise treten sie beim oder unmittelbar nach dem Stuhlgang auf, weil durch den Druck beim Pressen die Wand der Blutgefässe beschädigt wird. Auch harter Stuhl kann zu Verletzungen führen, Verstopfung ist daher Gift für Hämorrhoiden! Die Blutungen sind im Anfangsstadium schwach und als hellrote Auflagerung am Stuhl oder am Toilettenpapier erkennbar. Im fortgeschrittenen Stadium können auch grössere Mengen Blut abgehen. Spätestens dann heisst es ab zum Arzt!
  • Schleim- oder Stuhlschmieren: Vergrösserte Hämorrhoiden können die „Feinabdichtung“ des Afters beeinträchtigen, was Betroffene als sehr unangenehm und peinlich empfinden. Denn dadurch gehen immer wieder unbeabsichtigt kleine Mengen Schleim oder Stuhl ab, etwa beim Niesen, Husten oder bei Blähungen.
  • Juckreiz: Quälender Juckreiz ist ein weiteres typisches Symptom, an dem Sie Hämorrhoiden erkennen. Der Juckreiz entsteht, weil die empfindliche Haut am Anus durch austretenden Schleim, Kotschmieren, Blut oder Sekrete gereizt wird und sich entzündet. Raues Toilettenpapier kann die Situation zusätzlich verschärfen. Wer stattdessen in guter Absicht zu feuchtem Toilettenpapier greift, tut seinen Hämorrhoiden auch nichts Gutes, weil die darin enthaltenen Duft- und Konservierungsstoffe die Haut weiter reizen.
  • Brennen, Nässen, wunde Haut: Viele Betroffene klagen über brennende, nässende und schmerzempfindliche Haut am Anus. Diese Symptome sind genauso wie der Juckreiz auf die Entzündung der Analschleimhaut zurückzuführen.
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl: Wenn der Schliessmuskel in einem späteren Krankheitsstadium die austretenden Hämorrhoiden einklemmt, kann ein dauerhafter Druck entstehen. Viele Betroffene haben zudem das Gefühl eines Fremdkörpers am Anus.
  • Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung: Durch die eingeklemmten Hämorrhoiden kann der Eindruck entstehen, dass beim Klogang etwas im Darm zurückbleibt. Was einen Teufelskreis in Gang setzt: Betroffene pressen noch stärker, die Hämorrhoiden werden weiter nach aussen gedrückt.
  • Knotige Vorwölbung am Anus: Auch an einem tastbaren „Knubbel“ am Anus können Sie Hämorrhoiden erkennen. Dabei handelt es sich einfach um die hervortretenden Blutgefässe.
  • Schmerzen: Wenn diese Knoten anschwellen und sich prall mit Blut füllen, verursachen sie häufig sehr starke Schmerzen. Sitzen, Fahrradfahren oder Sport ist in diesem Stadium kaum noch möglich. Auch der Gang auf die Toilette verursacht mitunter höllische Schmerzen, vor allem wenn der Stuhl zu hart ist.

Was kann es sonst noch sein?

Laien deuten häufig alle Beschwerden „hintenrum“ als Hämorrhoiden. Doch die typischen Symptome, an denen man Hämorrhoiden erkennt, haben manchmal auch andere Ursachen, wie zum Beispiel:

  • Analekzeme: Wenn es am Po juckt, nässt und brennt, liegt manchmal ein Ekzem, also ein Hautausschlag am Anus zugrunde. Auslöser sind häufig starkes Schwitzen, Durchfall oder gut gemeinte, zu aggressive Reinigungsrituale. Bei einigen Betroffenen ist es schwer, die genaue Ursache zu finden. Manchmal tritt das Ekzem erst als Folge eines Hämorrhoidalleidens auf.
  • Analfissuren: Entzündete, wunde Haut am Anus kann einreissen – Mediziner sprechen dann von einer Analfissur. Auch das äussert sich durch Blutungen und Schmerzen beim Stuhlgang. Manchmal bilden sich in der Folge unangenehme Analgeschwüre.
  • Venenthrombosen am Afterrand: Von vergrösserten Hämorrhoiden zu unterscheiden sind Schwellungen der venösen Blutgefässe am äusseren Anus. Sie werden fälschlicherweise oft als „äussere Hämorrhoiden“ bezeichnet. Der etwas komplizierte korrekte Begriff dafür lautet Perianal-Venenthrombosen. Diese Blutgefässe schmerzen und bluten ebenfalls, wenn sie anschwellen, anatomisch haben sie allerdings nichts mit Hämorrhoiden zu tun.
  • Marisken: So nennen Mediziner harmlose Hautläppchen am Anus, die meist keine besonderen Beschwerden verursachen. Sie treten bei etwa 60 Prozent aller Menschen auf und sind eher optisch störend als ein echtes Krankheitsbild.
  • Darmkrankheiten: Blut im Stuhl kann auch auf entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zurückzuführen sein. Zum Glück sind solche ernsthaften Erkrankungen weitaus seltener als Hämorrhoiden!

Ob Blutungen, Jucken oder Schmerzen: Klarheit bringt letztlich nur ein Arztbesuch. Doch genau den zögern viele Betroffene aus Scham hinaus, bis es irgendwann so unangenehm wird, dass buchstäblich kein Weg mehr an der Arztpraxis vorbei führt.

Geben Sie sich lieber einen Ruck, anstatt zu warten! Auch wenn natürlich niemand gerne seinen Po in einer Arztpraxis entblösst: Für den Mediziner ist das ganz normaler Arbeitsalltag, er hat bereits hunderte oder tausende Patienten mit Hämorrhoiden gesehen.

Hämorrhoiden erkennen und gezielt behandeln

Hämorrhoiden sind gut behandelbar, vor allem in ihren frühen Stadien! Oft lassen sich die Symptome schon durch einfache Lebensstiländerungen lindern. Wichtig sind eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung, um die Verdauung zu regulieren und Verstopfung vorzubeugen. Bei akuten Beschwerden durch Hämorrhoiden sollten Sie alles vermeiden, was die empfindliche Darmschleimhaut weiter reizt. Dazu zählt etwa starkes Reiben mit Toilettenpapier. Besser ist es, den Analbereich nur sanft mit Wasser zu reinigen.

2019-01-30T15:23:12+00:0010.10.2018|

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