Nun kennen wir also die Ursachen von Hämorrhoidalleiden? Was machen wir damit? Die schlechte Nachricht: Nicht alle Ursachen von Hämorrhoidalleiden lassen sich ausräumen. Genetische Ursachen, wie zum Beispiel eine Bindegewebsschwäche, oder eine Schwangerschaft begünstigen deren Entstehung unweigerlich. Trotzdem – und das ist die gute Nachricht – ist man diesem Volksleiden (immerhin ist schätzungsweise ein Drittel der über 30–Jährigen und bei den über 50-Jährigen gar jeder Zweite davon betroffen) nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Es gibt Mittel und Wege, seine Hämorrhoiden beschwerdefrei zu behalten oder bei auftretenden Beschwerden für Besserung zu sorgen.

Vom Putzen und Sitzen

Starker und permanenter Druck auf den Analverschluss können zu Blutstauungen und damit zur Knotenbildung führen – das Hämorrhoidalleiden entsteht. Verstopfung mit starkem Pressen oder aber eine falsche Haltung bei der ausgedehnten Sitzung auf dem Thron können also negative Folgen haben. Ideal wäre es, wenn man nicht vornübergebeugt mit hängendem Hinterteil auf die Abwicklung grosser Geschäfte wartete, sondern im Gegenteil aufgerichtet, die Knie bevorzugt höher als das Becken (ein kleines Podest unter den Füssen kann helfen), sässe.

​Der umfangreiche Ratgeber ​zu Hämorrhoiden

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Zudem sollte die Afterregion – vor allem, wenn sie bereits gereizt ist – nicht mit rauem, trockenem Papier gereinigt werden. Viele merken das und verwenden in bester Absicht Feuchttücher – auch das ist eher kontraproduktiv, da die enthaltenen Duftstoffe oft noch mehr reizen und zu Hautirritationen führen können. Achten Sie auf eine hautschonende aber gründliche Reinigung ihres Allerwertesten. Verwenden Sie Wasser und folgen Sie der Devise „waschen statt reiben“. Ein Dusch-WC stellt dabei eine ideale Lösung dar.

Vom Essen und Trinken

Damit ist es gar nicht erst zu Verstopfung kommt, ist eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung wichtig. Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und Obst helfen, den Darm und die Verdauung auf Trab zu halten. Von übermässigem Fleischkonsum wird allerdings abgeraten. Schaut man diese Tipps an, entsprechen Sie ziemlich genau dem Gegenteil dessen, was auf unseren Tellern landet. Auch genügend Flüssigkeit ist wichtig für eine optimale Beschaffenheit des Stuhlgangs. Zu bevorzugen sind dabei Wasser oder kalorienreduzierte Getränke, um Übergewicht vorzubeugen, welches wiederum Hämorrhoidalleiden begünstigt.

Coachpotato war gestern

Ab morgen rennen Sie morgens vor dem Büro einen Halbmarathon, rennen frohen Mutes die Treppen hoch, schwimmen abends über den See nach Hause und verbringen den Abend auf dem Hometrainer statt auf dem Sofa. Nicht realistisch? Das mag sein. Aber: Bewegung hilft Ihrer Verdauung und beugt schmerzhaften Hämorrhoiden vor. Dazu müssen Sie nicht zum Spitzensportler mutieren, aber versuchen Sie, mehr Bewegung in Ihren Alltag einzubauen. Steigen Sie eine Haltestelle früher aus dem Bus, meiden Sie die Rolltreppe und nehmen Sie öfter mal die Treppe. Lösen Sie ein Fitnessabo, gehen Sie zum Zumba oder in den Salsakurs. Auch die Disco am Wochenende oder das Tanzcafé sind gute Hilfen im Kampf gegen angeschwollene Hämorrhoiden. Und das alles hat noch einen schönen Nebeneffekt: Man fühlt sich generell besser, wenn man nicht nur bequem – gar noch Süssigkeiten oder Salziges knabbernd – auf dem Sofa sitzt, sondern sich bewegt. Das macht sich auch beim gesünderen Teint und den schmelzenden Hüftpolstern bemerkbar.

Besser Natur als Chemie

Sie essen gesund, rennen durch die Gegend, meiden Sofa und Chips – und dann das: Die Verdauung läuft doch nicht, wie sie das gerne hätten. Setzen Sie Abführmittel nur für kurze Zeit, auf keinen Fall langfristig ein. Und dies am besten auch nur als allerletzte Lösung, wenn gar nichts mehr hilft. Quellmittel wie Leinsamen, Weizenkleie oder Kleietabletten stellen eine schonendere und gesündere Alternative dar.

Lebensfreude bewahren

Das alles sind Tipps, die Ihnen helfen sollen, einem Hämorrhoidalleiden vorzubeugen. Niemand erwartet, dass Sie von jetzt auf gleich päpstlicher als der Papst leben, sich alle Freuden verbieten und als Gesundheitsfanatiker missmutig durchs Leben gehen. Wenn Sie die hier erwähnten Tipps im Kopf behalten, sich bewusst auch Freuden gewähren, können sie auf genussvolle und trotzdem gesunde Weise durchs Leben gehen. Denn: Am attraktivsten sind Sie weder mit sportlich strahlendem Teint oder stromlinienförmiger Figur, sondern mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Und das gelingt ohne Schmerzen besser.