Vielleicht sind Sie älter und machen sich Sorgen, dass Sie sich anstecken und ernsthaft krank werden könnten? Oder fühlen Sie sich isoliert von Familie und geliebten Menschen während dieser Zeit der sozialen Distanzierung? Vielleicht fragen Sie sich auch, wie Sie mit dem ganzen Stress und den Ängsten auf eine gute Art und Weise umgehen können? Im folgenden Artikel greifen wir ein paar wichtige Aspekte auf, die einen grossen Einfluss haben können auf unsere mentale und körperliche Gesundheit. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen, um diesen Artikel zu lesen.

Mentale und körperliche Gesundheit Corona

Wie man Dankbarkeit üben kann

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir die Einleitung mit einem Dank abgeschlossen haben. Dankbar sein ist so wichtig. Wir wissen das und trotzdem fällt es uns manchmal schwer, unseren Blick von Sorgen und Ängsten zu lösen und die Dinge von einer anderen, positiveren Seite zu betrachten. Bereits Johann Heinrich Pestalozzi erkannte: «Entschlossenheit im Unglück ist immer der halbe Weg zur Rettung.» Beherztes Anpacken in schwierigen Situationen ist leichter, wenn man Boden unter den Füssen hat. Dieser Boden wird gestärkt durch eine dankbare Lebenshaltung. Dankbarkeit weckt Hoffnung und mit der Hoffnung kommt Licht und Kraft zurück in unser Leben. Was jetzt tönt wie ein «Wort zum Sonntag» ist wissenschaftlich abgestütztes Wissen. Die Neurologie sagt, dass unser Gehirn wie ein grosser Notizblock funktioniert, in dem notiert wird, was alles schief läuft. Wir tendieren dazu, Schwierigkeiten mehr Gewicht zu geben, als den Dingen, die gut laufen. Kennen Sie das? Dagegen hilft das Führen eines Dankbarkeits-Tagebuchs, in dem man jeden Tag ein paar positive Situationen und Eindrücke festhält. Wurden Sie an der Kasse im Supermarkt freundlich begrüsst und verabschiedet? Schreiben Sie es auf. Hat Ihnen Ihr Enkel per Video-Call seine neue Lego-Burg gezeigt? Machen Sie einen Eintrag. Tragen Sie auch selbst zu Ihrem Glück bei und schaffen Sie Situationen, die Ihnen guttun. Wir sind alle ein bisschen Schmiede unseres eigenen «Alltags-Glücks».

Dankbarkeit holt den Puls herunter

Viele Studien zeigen, dass Menschen, die zu negativen Gefühlen neigen, ein höheres Risiko für Herzerkrankungen haben. Negative Emotionen sorgen für eine Ausschüttung von Stresshormonen und verursachen körperliche Stressreaktionen, die zu einer höheren Herzfrequenz und einem höheren Blutdruck führen. Wissenschaftler vertreten die Hypothese, dass Menschen, die eine positive Grundeinstellung haben zum Leben, weniger stressanfällig sind. Ein Grund mehr, den «Dankbarkeits-Muskel» täglich zu trainieren und achtsam zu leben. Dazu gehört auch ein gesunder Umgang mit Medien.

Dem Sog der Medien entkommen

Das Leben findet während der Pandemie vor allem in den eigenen vier Wänden statt. Es erstaunt deshalb nicht, dass der Medienkonsum während der Pandemie übermässig stark angestiegen ist. Gefragt sind vor allem Informationen rund um Covid-19: Wie verändern sich die Fallzahlen? Wann kommt der Impfstoff? Wann können die Restaurants endlich wieder öffnen? Das dauernde Lesen, Sehen und Hören von solchen News kann zu Stress- und Angstgefühlen führen. Wir müssen lernen, beim Medienkonsum unsere persönlichen Grenzen zu finden und zu entscheiden, was wir konsumieren wollen und was nicht. Was Ängste besonders befeuert, sind Gerüchte und Fake News.

Online Begegnungen bauen auf – Fake-News nicht

Auf Facebook, Twitter, YouTube und anderen Plattformen findet man viele selbsternannte Experten, die in Pandemie-Zeiten laut ihre eigene Meinung, oder Meinungen von anderen, verbreiten. Falschmeldungen verbreiten sich besonders dann gut, wenn sie eingeleitet werden mit pseudo-seriösen Hinweisen wie: «Ärzte stellen fest…», «Universitäts-Klinik warnt vor…», oder «Forscher sagen…». Die grossen Social-Media-Plattformen zensurieren deshalb mittlerweile offensichtliche Fake-News. Problematisch bleiben aber geschlossene Gruppen in sozialen Diensten wie WhatsApp, wo sich unkontrolliert Gerüchte verbreiten und bei den Empfängern grossen Stress auslösen können.
Die positive Seite an soziale Plattformen ist, dass wir in dieser kontaktarmen Zeit unsere Kontakte wenigstens online weiterpflegen können. Bleiben Sie in Kontakt mit Personen, die Ihnen wichtig sind. Sprechen Sie mit Ihren Freunden offen über Ihre Ängste und Sorgen. Nutzen Sie dazu FaceTime, WhatsApp oder Zoom. Lassen Sie sich bei der Installation dieser Applikationen helfen.

Körperpflege nicht vergessen

Die Körperpflege in Zeiten der Pandemie kann für alle Altersgruppen zur Herausforderung werden. Zum Beispiel arbeiten viele Arbeitnehmende seit Monaten von zu Hause aus. Wer wenige, oder gar keine Leute mehr trifft, vergisst vielleicht auch mal die Dusche aufzusuchen. Nach dem Motto: «Chli stinke muess es», übersteht man auch ohne Rufschaden jedes Zoom-Meeting. Dabei ist eine wasserbasierte Körperpflege eine Wohltat für Körper und Geist.
Dies haben auch die Japaner erkannt, die weltweit berühmt sind für ihre ausgeprägte Körperhygiene. Diese Hygiene-Kultur spiegelt sich auch in ihrer Sprache wieder. So heisst in Japan sauber «kirei», was gleichzeitig auch hübsch heisst, denn Schönheit wird in Japan immer auch mit Frische und Reinheit assoziiert. Verwunderlich ist nur, dass nicht eben die Japaner den «Closomat» erfunden haben, sondern ein Schweizer Bauernsohn aus Zollikerberg (ZH). Wiederum logischer erscheint, dass nach dem Kopieren des Dusch-WC-Prinzips die Idee sich in der morgenländischen Kultur dann wesentlich schneller verbreitete, als in unserer abendländischen Hemisphäre mit ihren hartnäckigen Tabus. Immerhin herrscht rund um den Globus Einigkeit über die Grunderkenntnis, dass es mit Wasser besser geht als mit trockenem Papier!

Nutzen auch Sie im Alltag die positiven Eigenschaften dieses wunderbaren Naturelementes. Nehmen Sie zum Beispiel ein warmes Bad und lassen Sie im Hintergrund entspannende Musik laufen. Schon der griechische Philosoph Demokrit (370 v. Chr.) stellte fest: «Jedes Bad ist eine leibliche Wiedergeburt».
Tragen auch Sie Sorge zu sich und üben Sie den Müssiggang. Auf diese Weise werden Sie diese herausfordernden Zeiten mit Sicherheit besser überstehen.

Wertvolle Tipps für Zeiten der Pandemie

Für eine bessere mentale und körperliche Hygiene:

  • Halten Sie Ihren Tagesablauf ein, seien Sie aber nicht zu ambitioniert. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor.
  • Machen Sie Bewegung zu einer Priorität. Bewegung hat einen grossen Einfluss auf unsere körperliche und geistige Gesundheit. Wenn Sie gefahrlos nach draussen gehen können, tun Sie das; machen Sie einen täglichen Spaziergang.
  • Pflegen Sie Ihren Körper täglich.
  • Nutzen Sie Technologie, um sich mit Menschen zu verbinden. Rufen Sie Freunde auf FaceTime oder WhatsApp an, vereinbaren Sie virtuelle Spieltermine und andere virtuelle Treffen.
  • Verschreiben Sie sich eine Medien-Diät. Bleiben Sie auf dem Laufenden, aber vermeiden Sie zwanghaftes Anklicken von Newsmeldungen auf Google und in den sozialen Medien.
  • Seien Sie geduldig mit sich selbst und mit anderen. In einer Pandemie sind viele Menschen launischer oder ängstlicher. Es sind aussergewöhnliche Zeiten, die mehr von uns fordern. Akzeptieren Sie diese Tatsache und versuchen Sie aus jeder Situation das Beste zu machen.
  • Helfen Sie anderen. Wenn Sie können, dann bieten Sie Menschen in Ihrer Umgebung Hilfe an, die diese benötigen, z. B. indem Sie ihnen beim Lebensmitteleinkauf helfen.
  • Führen Sie ein Dankbarkeitsbuch. Überlegen Sie jeden Abend, was an diesem Tag Gutes passiert ist. Schreiben Sie es auf und freuen Sie sich nochmals darüber.

Weiterführende Links

Dureschnuufe – Plattform für psychische Gesundheit rund um das neue Coronavirus

Selbsthilfeschweiz – Übersicht Corona Video-Selbsthilfegruppen

Wie geht`s Dir? – Gesprächstipps

Gesundheitsförderung Schweiz – Auswirkungen der Corona-Pandemie auf gesundheitsbezogene Belastungen und Ressourcen der Bevölkerung