Nachhaltigkeit bedeutet Verzicht? Das war einmal. Heute muss es weder anstrengend noch teuer sein, im Alltag auf die Umwelt zu achten. Auch im Badezimmer gibt es eine Menge Möglichkeiten sich selbst Gutes zu tun, ohne dabei unserem Planeten zu schaden. Wir geben Ihnen 10 Tipps für nachhaltige Körperpflege, die Sie mit wenig Aufwand schon heute umsetzen können.

nachhaltige Körperpflege © S_L/Shutterstock.com

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1. Weniger Drumherum, mehr Inhalt: So vermeiden Sie Müll im Bad

Ein Fläschchen hier, ein Tiegelchen dort: Gerade im Bad sammelt sich oft jede Menge Müll an. Noch dazu bestehen Einwegverpackungen meist aus Plastik, das sich nur schlecht recyceln lässt. Vor allem bei Shampoos, Flüssigseife, Gesichtscremes und Deo-Sprays ist der Verpackungsanteil im Verhältnis zum Inhalt hoch.

Um weniger Müll zu produzieren, kaufen Sie anstatt Flüssigseife und flüssiger Shampoos besser hochwertige Seifenstücke. Es gibt sie in vielen Läden völlig unverpackt zu kaufen. Auch zur Haarpflege werden mittlerweile feste Waschstücke angeboten. Diese sind äusserst ergiebig und zudem oft frei von bedenklichen Inhaltsstoffen wie Parabenen und Silikonöl.

Deo-Sprays lassen sich ebenfalls durch verpackungsarme Alternativen ersetzen. Besonders ergiebig sind feste Deodorants, die man ähnlich wie Seife vor der Verwendung kurz anfeuchtet. In der Regel kommen diese Produkte auch ohne Aluminiumsalze aus.

2. So klein wie schädlich: Schönheit braucht kein Mikroplastik

Mikroplastik ist derzeit in aller Munde – und das durchaus im wörtlichen Sinn. Denn die winzig kleinen Plastikkügelchen, die sich unter anderem in Peelings, Duschgels, Shampoos, Lippenstiften und Zahnpasta verbergen, gelangen über das Abwasser bis in die Meere. Auf dem Weg dorthin ziehen sie durch ihre raue Oberfläche allerhand Umweltgifte an, bis sie schliesslich von Meerestieren gefressen werden. Mit Lachs, Seehecht und Sushi landen die Plastikteilchen wiederum auf unseren Tellern. So schliesst sich der (Teufels-)Kreislauf.

Doch Mikroplastik in Kosmetikprodukten lässt sich problemlos vermeiden. Beispielsweise erfüllen Peelings auf der Basis von Salzkristallen, Sandpartikeln und zermahlenen Kernen ihren Zweck ebenso gut und sind in der Herstellung kaum teurer. Mikroplastik erkennen Sie in der Inhaltsstoff-Liste an Bezeichnungen wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Acrylate Copolymer (AC).

3. Weniger ist Mehr: Parabene, Nanoteilchen & Co

Neben Mikroplastik lauern in Kosmetika häufig weitere problematische Inhaltsstoffe wie Parabene, Silikone, Mineralöle, Konservierungsmittel, Emulgatoren oder Nanoteilchen. Diese Stoffe sind teils ökologisch bedenklich, teils können sie beim Menschen Allergien auslösen. Palmöl, das manchmal in veganen Produkten eingesetzt wird, ist zwar an sich ein natürlicher Rohstoff, seine Gewinnung verursacht in den Ursprungsländern jedoch massive Umweltschäden.

Leider geben viele Hersteller die Inhaltsstoffe von Kosmetika nur in unverständlichen lateinischen Begriffen an. Das reicht, um die gesetzliche Kennzeichnungspflicht zu erfüllen. Wenn Ihnen nachhaltige Körperpflege ein Anliegen ist, dann besorgen Sie sich am besten eine der zahlreichen Apps, die für Sie die Inhaltslisten entschlüsseln. Oft zeigen diese Anwendungen anhand eines Ampelsystems an, wie empfehlenswert die Produkte aus ökologischer Sicht sind. Dadurch wird die Auswahl zum Kinderspiel.

4. Garantiert unbedenklich: Zertifizierte Naturkosmetika

Eine weitere Möglichkeit ist es, beim Einkauf von Pflegemitteln und Kosmetika auf anerkannte Naturkosmetik-Zertifikate zu achten. Produkte mit diesen Kennzeichnungen enthalten von vornherein keine bedenklichen Inhaltsstoffe. Je nach Label müssen die verwendeten Rohstoffe zudem vegan, tierversuchsfrei oder in Bio-Qualität sein.

Leider gibt es mittlerweile einen gewissen Wildwuchs an Naturkosmetik-Labels. Welche Zertifikate wirklich empfehlenswert sind, wissen unabhängige Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisationen.

5. Mehrfach nutzen statt wegwerfen: Mehrwegprodukte

Neben Verpackungen sind auch Einwegartikel wie Rasierer, Wattestäbchen und Abschminkpads schuld an den Müllbergen im Badezimmer. Für eine nachhaltige Körperpflege steigen Sie daher besser auf Mehrwegprodukte um. Diese sind mindestens ebenso komfortabel und in den meisten Fällen sogar günstiger.

Anstatt Wattepads, die zudem Bleichmittel enthalten, können Sie beispielsweise waschbare Abschmink-Pads aus Baumwolle benutzen. Den Einweg-Rasierer ersetzen Sie durch Produkte, bei denen nur die Klingen ausgetauscht werden. Bei Männern finden auch Rasierhobel zunehmend Anklang, da sie edel und äusserst langlebig sind. Hat man(n) den „Dreh“ einmal heraus, dann klappt die Rasur damit gründlicher und sanfter als mit den üblichen Systemrasierern.

6. Schont Wald und Wasser: Hygienepapier in Recycling-Qualität

Mal ehrlich: Braucht Ihr Po wirklich blütenweisses Papier mit buntem Blümchen-Aufdruck? Die Herstellung von gebleichtem WC-Papier verschlingt neben Holz auch enorme Mengen an Wasser und Energie. Verwenden Sie ungebleichtes Recycling-Papier, dann sparen Sie immerhin 67 Prozent Wasser sowie 50 Prozent Energie ein. Die Herstellungsverfahren wurden mittlerweile deutlich verbessert, so dass sich Recycling-Papier weder rau noch kratzig anfühlen muss.

7. Wassersparende Körperhygiene: Dusche statt Vollbad

Dass Duschen wassersparender ist als Baden, wissen viele. Rund 120 Liter Wasser gehen für ein Vollbad auf, im Vergleich dazu verbraucht eine Dusche durchschnittlich nur 40 Liter. Die Betonung liegt auf „durchschnittlich“. Lassen Sie es sehr lange plätschern, dann verschlechtert sich natürlich auch die Wasserbilanz der Dusche! Zusätzlich verbrauchen Sie mit jedem Liter auch mehr Energie zum Aufheizen des Wassers.

Doch Dusch-Orgien sollten Sie ohnehin auch Ihrer Haut zuliebe vermeiden. Denn diese kann darauf mit Trockenheit und Juckreiz reagieren. Für eine gesunde und nachhaltige Körperpflege ist eine kurze Dusche völlig ausreichend. Und ein entspannendes Vollbad gönnen Sie sich zu besonderen Anlässen.

8. Komfortabel Wasser sparen: Einhebel-Armaturen

Falls Sie planen Ihr Bad zu renovieren, dann ersetzen Sie bei dieser Gelegenheit Ihre alten Zweihebel-Armaturen bei Dusche und Waschbecken durch komfortable Einhebel-Mischsysteme. Der Vorteil: Sie stellen die Wassertemperatur mit nur einem Handgriff ein und ersparen sich aufwendiges Nachregulieren. Denn dabei fliesst oft viel Wasser ungenutzt den Abfluss hinunter.

9. Auszeit für Elektrogeräte: Kein Standby-Betrieb

Gönnen Sie Ihrer elektrischen Zahnbürste oder Ihrem Rasierer auch einmal eine Auszeit. Im Standby-Betrieb verbrauchen die Geräte laufend eine kleine Menge Strom, nur um zu jeder Zeit vollständig geladen zu sein. Machen Sie es sich zur Angewohnheit, Elektrogeräte zwischendurch vom Netz zu nehmen. Das senkt schliesslich auch Ihre Stromkosten.

10. Umweltschonende Badreinigung: Sanfte Haushaltsreiniger statt Chemie

Zu guter Letzt bedeutet nachhaltige Körperpflege auch, in Bad und WC auf umweltschonende Reinigungsmittel zu achten. Viele handelsübliche Badreiniger enthalten jede Menge Chemikalien oder Bleichmittel wie Chlor, die auch Haut und Lungen belasten können. Biologisch abbaubare Reinigungsmittel auf Essig- oder Zitronensäure-Basis sind unbedenklich und erledigen den Job ebenso gut. Klinische Sauberkeit ist in den eigenen vier Wänden völlig unnötig, das fördert nur Allergien!

Nachhaltige Körperpflege: Schon Kleinigkeiten können viel bewirken

Sie brauchen für eine nachhaltige Körperpflege also keineswegs auf Annehmlichkeiten zu verzichten. Schon kleine Änderungen machen Ihren Alltag im Handumdrehen nachhaltiger – Sie müssen nur damit beginnen!