Was haben ein Dusch-WC, Alien und Globi gemeinsam? Sie wurden wie die Maggi-Würze oder die Freitag-Tasche von Zürchern erfunden. Kantönligeist? Doch nööd. Vielmehr soll der Pioniergeist der Menschen hinter diesen Erfindungen gefeiert werden. Und dies macht auf gelungene Weise das neue Buch „Zürcher Pioniergeist“, welches am 9.Oktober von Kaufleuten feierlich vorgestellt wurde.

Der Buchvernissage gelang es, einen Einblick in das Leben von aussergewöhnlichen Erfinderinnen und Erfindern zu gewähren – an einem vielseitigen Abend, der von Herausgeber und Mitautor Beat Glogger moderiert wurde. So diskutierte Wim Ouboter über sein Micro-Trotinett mit Denise Biellmann, Eiskunstläuferin und Erfinderin der Biellmann-Pirouette. Auch Niklaus Wirth, ETH-Professor und Entwickler der Programmiersprache Pascal, war dabei und teilte seine Erfahrungen mit der ersten Keystone-Fotografin Ilse Mayer. Letztere steht dank dem Buch auch mal vor statt hinter der Linse, indem sie das Cover ziert.

Zu den 60 Persönlichkeiten, die ab 1900 im Kanton Zürich mit Ideen und Initiative Neues wagten, gehört auch Hans Maurer. Er entwickelte mit Entschlossenheit und Eigenwillen das erste Dusch-WC der Welt und spülte so (mit Züriwasser!) eines der grössten Intimhygiene-Tabus einfach weg. Vorerst zumindest theoretisch: Der Weg zur wirklichen Akzeptanz war lange und beschwerlich.
Was die Buchvorstellung offenbarte: Pioniere haben stets starke Frauen, Männer, Freunde, Töchter oder Söhne um sich. Dies zeigt auch die Closomat-Geschichte, bei der Peter Maurer in zweiter Generation das Familienvermächtnis pflegt und mit unermüdlichem Elan die Entwicklung der Produkte und des Unternehmens weitervorantreibt.

«Ein Pionier», so Glogger, «erfindet, erschafft, macht etwas zum ersten Mal. Es ist aber nicht genug, eine gute Idee zu haben. Vielmehr haben diese Persönlichkeiten für deren Umsetzung gekämpft, um neue Produkte, Dienstleistungen, Trends oder Strömungen zu erschaffen».
«Die Definition von Zürcher», lachte Glogger, «muss hingegen nicht zu eng gesehen werden». Mobilität sei auch ein Treiber und das Autoren-Quartett – Fee Anabelle Riebeling, Corinne Held, Barbara Vonarburg und er selbst – hätten die Definition von Zürcher bewusst «ein bisschen ausgedehnt».

Auch musikalische Experimentierfreude beherrschte beim Anlass die Szene: Der Song-Erfinder Christian Käser alias Pumpernickel improvisierte Lieder, indem er vom Publikum Stichwörter erhielt. Hier stand Zürich mal nicht im Mittelpunkt: Die beiden Songs drehten sich um die St. Galler Olma-Bratwurst und um den Appenzeller Biberfladen.
Zurück an die Limmat: Yello-Mastermind Boris Blank stellte als Premiere seinen neuen Song Electrified vor und Mundart-Legende Toni Vescoli sang für das Publikum seinen allerersten Hit.

Ob aus dem Inspirationsbrunnen tatsächlich Züriwasser – statt Bärner- oder Baaslerwasser – sprudelt, wurde (noch) nicht geklärt. Fest steht auf jeden Fall, dass Züriwasser diesen 60 Persönlichkeiten besonders gut tat.

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Das 304-seitige Buch, vom Zürcher Lehrmittelverlag herausgegeben, können Sie für 58 CHF bei uns bestellen! Gratis übernehmen wir die Portokosten innerhalb von Schweiz und Deutschland.

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