Muss man fortan damit leben? Die schlechte Nachricht: Ohne entsprechende Therapie verschwinden die ungebetenen Gäste nicht wieder. Die gute: Es gibt Mittel und Wege, dem Leiden ein Ende zu bereiten. Je nach Stadium greifen andere Therapiemassnahmen, die Behandlungsmethoden gehen von konservativen hin zu operativen. Was heisst das konkret?

Therapieziele

Das oberste Ziel ist sicher, dem Leiden den Garaus zu machen. Wenn alle anderen Ursachen für die auftretenden Symptome wie Jucken, Nässen, Blutungen, Brennen oder Schmerzen ausgeschlossen werden können, geht man davon aus, dass diese von den vergrösserten Hämorrhoiden verursacht werden. Was also tun? Wichtig ist, nicht nur die Symptome zu eliminieren – zum Beispiel die Blutung zu stillen –, sondern die Ursachen zu beheben. Als grundsätzliche Therapieziele gelten:

Regulation der Verdauung, damit man Druck wegnehmen kann, alles geht, aber nichts fliesst
Massnahmen, die das Abschwellen der vergrösserten Blutgefässe bewirken
Stimulation des venösen Blutabflusses
Wiederherstellung der normalen Anatomie und Physiologie des Analkanals
Verhindern der Narbenbildung

Um diese Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Therapiemassnahmen, man unterscheidet zwischen konservativen, interventionellen und operativen Behandlungsmethoden.

Konservative, interventionelle und operative Behandlungsmethoden

Je früher man eingreift, desto einfacher ist die Therapie. Insofern ist es sicher sinnvoll, sich schon in einem frühen Stadium um Heilung zu bemühen und nicht zu warten, bis das Kind wirklich in den Brunnen gefallen ist. In den frühen Stadien greifen meist noch konservative und interventionelle Behandlungsmethoden, also nicht operative Therapiemassnahmen. Es geht dabei darum, das Hämorrhoidalleiden in den Griff zu bekommen, bevor eine Operation nötig wird. Im dritten und vierten Stadium hilft oft nur noch eine Operation. Auch wenn man bei den nicht operativen Behandlungsmethoden nicht unters Messer kommt, sollte man sie trotzdem nicht in Eigenregie im stillen Kämmerchen durchführen, sondern sich von einem Arzt beraten und begleiten lassen. Nur so ist gewährleistet, dass die gewählten Mittel auch zum gewünschten Ziel führen.

Alles fängt mit einer regulierten Verdauung an. Dabei liegt der Schwerpunkt bei viel Gemüse und Nahrungsfasern, zudem sollte genügend getrunken werden. Auf diese Weise ist der Darminhalt hydriert und beim Stuhlgang muss weniger Druck aufgewendet werden. Die nötige Bewegung dazu leistet ebenfalls gute Dienste. Vergessen Sie dabei Ihren Beckenboden nicht. Der Beckenboden hat drei Hauptfunktionen: Anspannen, um abzudichten, entspannen, um gewollt loszulassen, und reflektorisches Gegenhalten, um bei Niessen, Husten oder ähnlichem nichts ungewollt zu verlieren. Trainieren Sie ihn!

Auch nicht zu vernachlässigen ist die richtige Hygiene: Gut gemeint verwenden wir oft neben trockenem auch feuchtes Papier, um wirklich sauber zu werden, und strapazieren damit die Haut mehr, als dass wir ihr nützen. Am besten wäre eine schonende Reinigung mit klarem Wasser, ein Dusch-WC leistet hier gute Dienste.

Die gezielte Behandlung mit Salben, Zäpfchen, Tabletten und Sitzbädern ist eine weitere Therapiemassnahme. Die medikamentösen Massnahmen dienen vor allem der Entzündungshemmung, der Blutgerinnung und der Blutgefässdurchlässigkeit. Auch Salben können diese Wirkung haben, sie werden mit einer Kanüle im Analkanal aufgetragen.

Stadien und ihre Therapien

Bei erst- und zweitgradigen Hämorrhoiden erzielt man mit einer Verödung (Sklerosierung) gute Ergebnisse. Dabei wird eine spezielle Lösung in die drei Analpolster injiziert, um weitere Stauungen zu vermeiden und die Hämorrhoiden schrumpfen zu lassen. Das ist absolut schmerzlos und ambulant durchführbar. Auch mit einer Infrarot- oder Laserbehandlung kann den Tunichtguten auf den Leib gerückt werden, indem diese erhitzt werden, so dass das Gewebe verschorft und sich zurückzieht. Eine weitere Methode ist die Gummibandligatur. Der Knoten wird mit einem Gummiband abgebunden und fällt irgendwann ab.

Während bei drittgradigen Hämorrhoiden die Symptome teilweise mit einer Gummibandligatur gelindert werden können, wird bereits in dem Stadium, im vierten aber sicher, nichts mehr an einer Operation (Hämorrhoidektomie) vorbeiführen. Diese wird unter Vollnarkose durchgeführt und bedeutet einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt.

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, sich schon in einem frühen Stadium um Heilung zu bemühen, dass es gar nicht zum Äussersten kommt. So oder so gibt es in jedem Stadium Hilfe, so dass Sie nicht ewig mit diesen unliebsamen Zeitgenossen leben müssen. Bis die Heilung eintrifft, werden Sie diese aber am Hals (und anderswo) haben. Nächstes Mal lesen Sie hier, wie Sie am besten mit diesen Lebensabschnittsbegleitern leben können.