8 wirkungsvolle Tipps zur Vorbeugung von Hämorrhoiden

Sie sind unangenehm, peinlich, schmerzhaft und dabei äusserst weit verbreitet: Etwa jeder Zweite über 50 hat mit krankhaften Veränderungen der Hämorrhoiden zu kämpfen. Dabei wären die Auswüchse am Po oft vermeidbar. Denn neben einer genetischen Veranlagung spielt ein ungünstiger Lebensstil bei der Entstehung von Hämorrhoiden eine grosse Rolle. Wir haben 8 wertvolle Tipps gesammelt, mit denen Sie Hämorrhoiden vorbeugen.

Hämorrhoiden vorbeugen © Von sarkao/shutterstock.com

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Hämorrhoiden – ein ganz normaler Körperteil

Hämorrhoiden sind an sich etwas Gutes. Jeder hat sie, es handelt sich ganz einfach um ein Netzwerk an Blutgefässen etwas oberhalb des Darmausgangs. Gemeinsam mit dem Schliessmuskel dichten sie den Enddarm ab. Während der Schliessmuskel gleichsam einen engen „Flaschenhals“ bildet, sind die Hämorrhoiden mit einem blutgefüllten „Pfropfen“ vergleichbar. Sie sorgen dafür, dass wir abseits der Toilette absolut „dicht“ bleiben.

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Probleme bereiten Hämorrhoiden erst, wenn sie sich krankhaft vergrössern. Dann spricht der Mediziner von einem Hämorrhoidalleiden. Die Frage „Wie kann man Hämorrhoiden vorbeugen?“ müsste richtig also lauten: „Wie kann man einem Hämorrhoidalleiden vorbeugen?“

Wenn Hämorrhoiden unter Druck geraten

Problematisch wird es, wenn sich das Blut in den Hämorrhoiden dauerhaft staut. Dann leiern die Blutgefässe nach und nach aus und können ihre Funktion immer schlechter erfüllen. Schuld an dem Blut-Rückstau ist meist ein erhöhter Druck im Bauchraum. Der entsteht etwa, wenn wir uns beim Stuhlgang sehr plagen müssen: Menschen mit chronischer Verstopfung pressen sich oft regelrecht die Gefässe aus dem Po.

Auch ein leicht erhöhter Druck über längere Zeit kann ein Hämorrhoidalleiden begünstigen. Das ist beispielsweise bei Übergewicht oder während einer Schwangerschaft der Fall. Zusätzlich scheint – genauso wie bei Krampfadern – ein genetisches Risiko eine Rolle zu spielen. Veranlagung ist leider Schicksal, zugleich ist das kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken: Wer vergrösserten Hämorrhoiden vorbeugen will, kann und sollte bei den vermeidbaren Risikofaktoren ansetzen.

Hämorrhoiden vorbeugen – das können Sie tun

1. Ballaststoffreich ernähren

Ballaststoffe sind für unseren Darm alles andere als „Ballast“: Diese in Pflanzen vorkommenden Faserstoffe liefern keine Energie, sondern gelangen nahezu unverdaut in den Dickdarm. Dort binden sie Wasser, quellen auf und sorgen für Stuhlvolumen. Der Druck auf die Darmwände aktiviert die Darmmuskulatur und sorgt für eine geregelte Verdauung.

Wer sich ballaststoffreich ernährt, neigt daher weniger zu Verstopfung und vermeidet „Gewaltakte“ auf der Toilette. Das wiederum schont die Blutgefässe und kann krankhaften Veränderungen der Hämorrhoiden vorbeugen. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse, Vollkorn-Produkte, Hülsenfrüchte und Nüsse sollten daher oft und reichlich auf dem Speisezettel stehen, Fleisch und Süssigkeiten dagegen nur in moderaten Mengen.

2. Ausreichend trinken

Ballaststoffe können nur gemeinsam mit Wasser richtig quellen. 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag gelten für einen Erwachsenen als Minimum. So viel Flüssigkeit brauchen Sie unbedingt, um eine geregelte Verdauung und alle weiteren Stoffwechsel-Funktionen sicherzustellen. Wer wenig Durst verspürt, sollte sich das Trinken zur Gewohnheit machen. Am besten immer eine Wasserflasche griffbereit halten!

3. Abführmittel vermeiden

Die vermeintlichen Verdauungshelfer in Pillenform können dem Darm auf Dauer sehr schaden. Denn der Darm gewöhnt sich an sie, langfristig leiden Sie dann noch häufiger unter Verstopfung! Manchmal wirken Abführmittel auch zu stark und verursachen Durchfall, was für die Hämorrhoiden ebenfalls ungünstig ist. Versuchen Sie akuter Verstopfung lieber mit natürlichen Quellmitteln wie Dörrpflaumen, Leinsamen oder Flohsamenschalen beizukommen. Auch Zäpfchen und Gleitgels aus der Apotheke können helfen, wenn auf der Toilette gar nichts mehr geht.

4. Wenig Alkohol trinken

Trinken Sie reichlich Wasser – doch vermeiden Sie regelmässigen Alkohol-Konsum, wenn Sie vergrösserten Hämorrhoiden vorbeugen wollen. Denn Alkohol erweitert unsere Blutgefässe – auch jene am Po.

5. Täglich bewegen

Wer sich regelmässig bewegt, tut auch den Hämorrhoiden etwas Gutes. Denn zum einen regt körperliche Aktivität die Verdauung an und fördert den Blutabfluss aus den Hämorrhoiden. Zum anderen vermeiden wir dadurch überflüssige Pfunde oder bauen vorhandenes Übergewicht ab. Oft lässt sich längeres Sitzen oder Stehen schwer vermeiden, vor allem tagsüber im Beruf. Gewöhnen Sie sich dann zumindest einen kleinen Spaziergang in der Mittagspause an oder fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit.

6. Lange Toilettensitzungen vermeiden

Nehmen Sie sich für den Toilettengang so viel Zeit, wie Sie brauchen, doch vermeiden Sie exzessive Sitzungen mit Zeitungslektüre. Verspüren Sie noch keinen Stuhldrang, dann setzen Sie damit höchstens Ihre Hämorrhoiden unter Druck. Eine tägliche Darmentleerung ist übrigens kein Muss! Wenn es nur jeden zweiten Tag klappt und der Stuhl dabei weich bleibt, ist das auch kein Problem.

7. Toilettenhocker besorgen

Unsere „natürliche“ Haltung beim Stuhlgang ist die Hocke. Aufrechtes Sitzen auf der Toilette ist aus anatomischer Sicht ungünstig, weil sich der Enddarm in dieser Position schlecht strecken kann. Ähnlich wie bei einem abgeknickten Gartenschlauch wird dadurch die Darmentleerung behindert. Weil kaum jemand auf den bequemen „Porzellanthron“ verzichten mag, haben findige Menschen einen sogenannten Toilettenhocker entwickelt: Wenn Sie Ihre Füße auf dem Hocker abstellen, geraten Sie automatisch in eine günstige Haltung, die der Hocke ähnlich ist. Natürlich funktioniert das mit jedem einigermassen standfesten Gegenstand, der die passende Höhe hat.

8. Analbereich richtig reinigen

Unsere Haut am After ist ein echtes Sensibelchen, auf raues Toilettenpapier und aggressive Reinigungsmittel reagiert sie häufig mit Reizungen. Kommt dann noch ein Hämorrhoidal-Leiden hinzu, sind Juckreiz und andere Beschwerden vorprogrammiert! Wer Hautproblemen und den typischen Symptomen von Hämorrhoiden vorbeugen will, sollte sich daher eine schonende Analhygiene angewöhnen, am besten mit reinem Wasser. Vermeiden Sie Reibung und tupfen Sie den Analbereich nach dem Stuhlgang nur vorsichtig ab.

Beschwerden am Po: Sind es Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden vorbeugen ist immer der Königsweg. Leider hat auch die genetische Veranlagung ihre Hände mit im Spiel und manche Menschen trifft es trotz vorbildlichem Lebensstil.

Wichtig zu wissen ist: Beschwerden am Po werden oft fehlgedeutet, sie können neben vergrösserten Hämorrhoiden auch andere Ursachen haben!

Typisch für ein Hämorrhoidalleiden sind diese Anzeichen:

  • hellrote Blutspuren auf Stuhl, Toilettenpapier oder in der Unterwäsche
  • unwillkürlicher Abgang kleiner Mengen Stuhl oder Schleim
  • Brennen oder Juckreiz am After
  • in späteren Krankheitsstadien: Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Sitzen
  • Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung
  • tastbare knotige Verdickungen am After

Hämorrhoiden vorbeugen: Keine falsche Scham!

Klarheit bringt Ihnen letztlich nur ein Arztbesuch. Raffen Sie sich daher auf und vereinbaren Sie einen Termin, auch wenn es Ihnen peinlich und unangenehm ist! Sie sind kein Einzelfall, für den Mediziner zählen Hämorrhoiden zum ganz normalen Arbeitsalltag. Und: Im Anfangsstadium lässt sich das Leiden oft völlig problemlos mit natürlichen Mitteln behandeln. Alle jene Massnahmen, mit denen Sie vergrösserten Hämorrhoiden vorbeugen, wird Ihnen der Arzt auch als Basistherapie empfehlen.

Erst in späteren Krankheitsstadien können Medikamente oder Operationen nötig sein. Das Problem aussitzen zu wollen ist daher definitiv der falsche Weg!

2019-02-13T12:13:49+01:0013.03.2019|

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