Körperhygiene – eine saubere Sache? Leider bleibt der Umweltschutz in unseren Badezimmern oft auf der Strecke: Wir vergeuden Trinkwasser und sorgen durch Einwegverpackungen für Müllberge. Dabei ist Ressourcen schonen im Badezimmer keine Hexerei, wenn wir ein klein wenig an unseren Gewohnheiten schrauben. Wie Sie bei der Körperhygiene an die Umwelt denken und zugleich Ihrer eigenen Gesundheit Gutes tun.

Ressourcenschonende Hygiene – so klappt Umweltschutz im Badezimmer

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Wasser – ein wertvolles Gut

Unser Wasserverbrauch im Badezimmer hat sich gewaschen: Rund 94 Liter Trinkwasser verbraucht jeder Schweizer und jede Schweizerin täglich für WC-Spülung und Körperhygiene. Dabei gibt es ein paar einfache Methoden, um weniger verschwenderisch mit dem kostbaren Nass umzugehen:

  • Spülstopp-Taste am WC: Um unser „kleines Geschäft“ zu beseitigen, tut es auch ein kurzer Spülstoss.
  • Duschen statt Baden: Bis zu 250 Liter Wasser wenden wir – je nach Grösse der Badewanne – für ein einziges Vollbad auf. Bei einer 5-Minuten-Dusche mit einem ganz gewöhnlichen Duschkopf plätschern immerhin „nur“ noch rund 100 Liter den Abfluss hinunter. Noch weniger verbrauchen Sie, indem Sie beim Einseifen das Wasser abstellen.
  • Wassersparende Armaturen: Auf gut die Hälfte reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch beim Duschen, wenn Sie einen wassersparenden Duschkopf verwenden. Diese Armatur-Systeme begrenzen den Durchfluss und mischen dem Duschstrahl zugleich oft Luft bei – so fühlt sich der Wasserstrahl dennoch üppig an. Ganz ähnliche Lösungen gibt es auch für Waschtisch-Armaturen. Alternativ können Sie Ihre bestehende Dusche mit einem Durchflussbegrenzer aufrüsten. Diese Bauteile sind in allen Heimwerkermärkten erhältlich und werden einfach zwischen Armatur und Schlauch geschraubt.
  • Tropfende Wasserhähne reparieren: Bis zu 5.000 Liter Wasser gehen jährlich auf das Konto eines einzigen tropfenden Wasserhahns! Indem Sie die undichte Armatur reparieren, können Sie wertvolle Ressourcen schonen und ersparen sich zudem das nervtötende Tropfen.

Übrigens: Wenn Sie Ihren Wasserverbrauch beim Waschen, Duschen und Baden eindämmen, sparen Sie zugleich auch kostbare Energie – denn die braucht es, um das Wasser auf kuschelig warme Temperatur zu bringen. In einem renovierten Haus kann die Warmwasseraufbereitung nahezu gleich viel Energie wie die Heizung verbrauchen!

Strom sparen im Badezimmer

Ob elektrische Zahnbürste, Haartrockner, Rasier- oder Epiliergerät: Elektrogeräte sind in unseren Badezimmern allgegenwärtig. Das Plus an Komfort bezahlen wir häufig durch eine höhere Stromrechnung. Indem Sie mit diesen Massnahmen Ihren Verbrauch an Elektrizität begrenzen, sparen Sie bares Geld und leisten zugleich Ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz:

  • Stromsparende Elektrogeräte: Vergleichen Sie beim Kauf den Stromverbrauch der Geräte. Stromsparende Geräte können Sie auf einen Blick anhand der Energieetikette identifizieren. Die Klassen A bis AAA+ stehen für einen sehr geringen, die Klasse G für einen hohen Energieverbrauch.
  • Energiesparende Beleuchtung: Keine Frage – zum Rasieren und Schminken braucht es gutes Licht. Die gute alte Glühbirne ist leider ein Stromfresser und ziemlich ineffizient, weil sie einen Grossteil der Energie in Wärme umwandelt. Energiesparlampen wiederum enthalten giftiges Quecksilber. Eine gute Lösung sind moderne LED-Lampen. Sie zeichnen sich durch geringen Stromverbrauch und eine lange Lebensdauer aus. Achten Sie für ein angenehmes Ambiente auf die Lichtfarbe „warmweiss“.

Plastikberge verringern

Kunststoffe sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. So auch im Badezimmer: Duschgel, Haarshampoo und Kosmetika sind meist in Plastik verpackt, und auch Zahnbürste oder Einwegrasierer bestehen aus Kunststoff. In Form von Mikroplastik finden sich Kunststoffe sogar in Körperpflegeprodukten.

Das ist ein Riesenproblem. Denn zum einen werden zur Herstellung von Kunststoffen grosse Mengen an Rohstoffen und Energie benötigt. Weil Kunststoffe nur schwer biologisch abbaubar sind, reichern sich ausserdem immer grössere Mengen an Plastikmüll in der Umwelt an. Sogar die Ozeane sind voll von kleinsten Plastik-Partikeln, sogenannter Mikroplastik. Diese Teilchen wirken aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit wie ein Magnet für Schadstoffe und Umweltgifte. Werden Sie von Meeresfischen gefressen, dann landen sie über diesen Umweg schlussendlich auf unseren Tellern. Mahlzeit!

Schon mit ein paar einfachen Massnahmen können Sie Ihren Plastikverbrauch im Badezimmer reduzieren und so natürliche Ressourcen schonen:

  • Einwegverpackungen meiden: In vielen Läden können Sie hochwertige Körperpflege-Produkte bereits in nachfüllbaren Mehrweg-Verpackungen kaufen. Shampoos und Haarkuren gibt es auch in Seifenform, was Plastikmüll auf ein Minimum reduziert. Viele Körperpflegeprodukte lassen sich übrigens auch mit geringem Aufwand selbst herstellen! So vermeiden Sie neben Müll auch Konservierungsstoffe und andere bedenkliche Zusätze.
  • Mikroplastik in Kosmetika: Die winzigen Plastikteilchen verbergen sich in zahlreichen Körperpflegeprodukten wie Peelings, Flüssigseifen, Duschgel, Shampoos und Sonnencreme. Um sie zu vermeiden, müssen Sie die Inhaltsstoff-Listen der Produkte aufmerksam lesen. Typische Bezeichnungen für Mikroplastik lauten Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Acrylate Copolymer (AC), Polyamide (PA), Nylon-12, Nylon-6, Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA), Polyurethan (PUR), Acrylates Crosspolymer (ACS), Polyquaternium-7 (P-7) und Siloxane.

Papierverbrauch reduzieren

Rund 13 Millionen Hektar Waldflächen werden weltweit jährlich für die Herstellung von Hygienepapier benötigt! Ein ressourcenschonender Lebensstil bedeutet daher auch, „Papierorgien“ zu vermeiden und so den persönlichen Bedarf an Hygienepapier zu reduzieren. Keine Sorge, das funktioniert ohne Einbussen beim Komfort!

  • Recycling-Papier: Die Verwendung von Recycling-Papier ist ein erster Schritt, um den Ressourcen-Verbrauch einzudämmen.
  • Dusch-WC oder Bidet: Wer ein Dusch-WC oder Bidet benutzt, kann auf die Papierrollen neben der Toilette auch gänzlich verzichten. Der geringe Mehrverbrauch an Wasser steht in keinem Verhältnis zu den Mengen an Ressourcen, die zur Papierherstellung benötigt werden! Auch Ihr Po freut sich über die sanfte, hautfreundliche Reinigung.
    Chemikalien vermeiden.

Oft ohne uns dessen bewusst zu sein, spülen wir im Badezimmer jede Menge Chemikalien den Abfluss hinunter. Sie verbergen sich in Kosmetika, Abschmink-Produkten, WC-Steinen oder Putz- und Desinfektionsmitteln. Ein Teil davon gelangt über das Abwasser auch in natürliche Ökosysteme, worunter vor allem Wasserorganismen zu leiden haben. Indem Sie unnötige Chemikalien im Badezimmer vermeiden, schonen Sie sowohl die Umwelt als auch Ihre eigene Gesundheit:

  • Naturkosmetika bevorzugen: Orientieren Sie sich beim Einkauf an anerkannten Biokosmetik-Siegeln, die von verschiedenen Verbänden vergeben werden. Die so gekennzeichneten Produkte sind in der Regel frei von bedenklichen Zusätzen wie Mikroplastik, Erdölprodukten und synthetischen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen.
  • Aggressive Reinigungsmittel vermeiden: Armaturen, Dusche, Waschbecken und WC werden auch mit einem milden Haushaltsreiniger oder natürlichen Hausmitteln wie Essig sauber. Desinfizierende oder antibakterielle Reinigungsmittel sind in den meisten Fällen völlig unnötig! Ihre Rückstände können Haut und Atemwege belasten und die Entstehung von Allergien begünstigen.

Ein bewusster Umgang mit Ressourcen sowie der Verzicht auf Plastik und Chemikalien tut uns allen gut. Unser Leitfaden „Umweltschutz im Badezimmer“ bietet Ihnen weitere Hilfestellungen, um Ihren Sanitärbereich nachhaltig und ressourcenschonend zu gestalten.