Was einmal in den Körper hineingeht, muss irgendwann auch wieder raus. Dieser an sich einfacher Mechanismus kann zur Qual werden, wenn die Verdauungsmaschine im Körper nicht so funktioniert, wie es vorgesehen wäre, sondern zickt. Egal, ob alles durchflutscht oder aber blockiert ist: Der Betroffene leidet.

Verstopfung

Am ersten Tag denkt man sich noch nichts, am zweiten wenig, am dritten wird es unangenehm: Wenn nichts mehr geht. Ist der Toilettengang sonst kaum Thema, vor allem, wenn er sonst normal funktioniert, kann er zur Qual werden, wenn er ausbleibt. Von Verstopfung spricht man dann, wenn man seltener als dreimal die Woche zur Toilette kann, wenn die Entleerung mühsam – teilweise sogar schmerzhaft – ist und das Gefühl zurück bleibt, dass das noch nicht alles war, da noch mehr gehen sollte.

​30 ​ Rezepte gegen Verdauungsbeschwerden: 

Von knuspriger Hähnchenbrust mit Zucchinigemüse über ​bunte Gemüsesuppe
bis hin zu leckerem Johannisbeersorbet.

Die Ursachen für das Übel können vielseitig sein: Falsche Ernährung (zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Flüssigkeit), Bewegungsmangel oder falsche Stuhlgewohnheiten. Bei Frauen kann auch eine Beckenbodenschwäche durch eine schwere Geburt oder eine Unterleibsoperation als Ursache dazukommen.

Wenn das Leiden akut und der Druck gross sind, helfen Abführmittel sicher gut. Gegen eine einmalige Einnahme ist nichts zu sagen, allerdings sollte die Einnahme von Chemie keine Dauerlösung werden. Auch pflanzliche Abführmittel wie indische Flohsamen und Sennesblätter taugen nicht zum regelmässigen Einsatz. Halten die Beschwerden an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, dies vor allem dann, wenn sich der Stuhl verändert, gar Blut oder Schleim enthält oder aber Schmerzen auftreten durch die Verstopfung.

Was aber hilft der trägen Verdauung auf die Sprünge? Es führt wohl nichts an einer ausgewogenen und gesunden Ernährung vorbei, die ausreichend Ballaststoffe enthält, nicht zu fettig oder schwer ist. Dazu auf genügend Flüssigkeit achten, damit die Masse gut durchweicht den Körper passiert. Das erspart diesem Arbeit und macht alles geschmeidiger. Wenn Sie sich dazu noch regelmässig bewegen, haben Sie viel dafür getan, Ihre Verdauung zu unterstützen.

Durchfall

Was aber, wenn die ganze Sache plötzlich aus dem Ruder läuft und alles nur noch durch Sie hindurch rast? Wenn Sie nichts mehr halten können und sich kaum mehr von der Toilette wegtrauen? Wenn man öfter als dreimal täglich auf dem Thron sitzt und der Stuhl nicht mehr fest ist, sondern in der Konsistenz irgendwo zwischen Schokomilch und Mousse au Chocolat liegt, spricht man von Durchfall. Die Gründe dafür können vielfältig sein, sie reichen von falschem oder verdorbenem Essen über eine Entzündung oder einen Virus bis hin zu einer Unverträglichkeit. Auch Stress kann Durchfall fördern.

Grundsätzlich sollte ein Durchfall nach drei Tagen mit Schonkost und viel Flüssigkeit überstanden sein. Zum Ausgleich des Mineralstoff-Flüssigkeits-Haushaltes, welcher mit ihnen unter der Tortur leidet, empfehlen sich Salzstangen und ungesüsster Tee oder eine gezielte Elektrolyt-Lösung. Wie schon bei der Verstopfung kann im Akutfall auch beim Durchfall zu Medikamenten oder natürlichen Mitteln gegriffen werden. Lassen Sie sich dabei am besten in Ihrer Apotheke beraten. Wenig empfehlenswert ist allerdings Kohle. Früher ein beliebtes Hausmittel, rät man heute davon ab, weil Kohle oft Träger von Giften ist, die dann in den Darm gelangen.

Wenn sich der Durchfall hartnäckig hält, sogar noch Fieber, Schmerzen und andere Begleiterscheinungen dazukommen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Helfer im Alltag

Wenn die Verstopfung oder der Durchfall erst mal da sind, muss man irgendwie den Alltag überstehen. Dabei gibt es einige Tipps und Tricks, die helfen, das aktuelle Leiden nicht noch grösser zu machen und neuem vorzubeugen. Neben den oben genannten Ernährungs- und Bewegungstipps hilft auch die richtige Haltung auf dem WC, den Toilettengang zu unterstützen. Um zu viel Druck beim Pressen zu vermeiden (lesen Sie dazu auch unser E-Book über Hämorrhoiden), hilft es, die Füsse auf etwas zu stellen, so dass der Winkel steiler wird. Das erleichtert Ihren Stuhlgang. Ein Dusch-WC schont die durch die Mehrbelastung gereizte Haut und beugt durch die schonende Reinigung Ihres Intimbereichs auch neuen Hautreizungen vor. Vermeiden Sie auf jeden Fall Feuchttücher zur Reinigung, da diese zu Hautirritationen führen können (lesen Sie dazu unser Interview mit Dermatologe und Venerologe Dr. med. Stephan Dommann).

Wenn sich Durchfall und Verstopfung abwechseln, könnte das ein Anzeichen für einen Reizdarm sein. Lesen Sie mehr darüber in unserem nächsten Artikel.