Ruhe, Abgeschiedenheit, Gelegenheit zum Durchatmen: Was in unserer hektischen Welt scheinbar Luxus ist, können wir an einem ganz alltäglichen Ort finden – der Toilette! Es ist kein Zufall, dass wir vom „stillen Örtchen“ sprechen. Welcher andere Ort würde sich besser für eine kurze Auszeit vom Alltag eignen? Mit diesem Artikel wollen wir Sie dazu einladen, sich einmal bewusst ein paar Minuten Zeit für sich selbst zu nehmen und Ihr „stilles Örtchen“ als Ruhe-Insel zu nutzen.

stilles Örtchen © Captblack76/Shutterstock.com

© Captblack76/Shutterstock.com

Stille: Luxus in einer hektischen Welt

Draussen Verkehrslärm, drinnen Handy-Geklingel: Ruhe ist in unserem modernen Alltag ein seltenes Gut. Zum äusseren Trubel gesellt sich bei vielen die innere Unruhe: Wir haben Termine einzuhalten, Leistung zu erbringen, Erwartungen zu erfüllen. Kein Wunder, wenn sich da Stress-Symptome wie Schlaflosigkeit, Rücken- oder Kopfschmerzen einstellen. Auch unsere Verdauung reagiert äussert sensibel auf psychische Einflüsse: Manchen verursachen heikle Entscheidungen „Bauchweh“, anderen kommt die Galle hoch. Und wieder andere müssen sich ständig etwas verkneifen. Da spielt der Darm gerne mit.

Am „stillen Örtchen“ zu sich finden

Die äussere Hektik lässt sich schwer beeinflussen. Die innere dagegen schon: Indem wir uns im Alltag immer wieder bewusst eine Auszeit nehmen und auf unser Inneres horchen. Manche nennen das auch Meditation.

Falls der Begriff Sie abschreckt: Sie brauchen dazu weder Räucherstäbchen noch Yoga-Matte und Entspannungs-CD. Alles was Sie brauchen ist ein ruhiger Ort, an dem Sie ungestört und ganz bei sich sein können. Nichts anderes meinen wir hier mit Meditation.

Und welcher Ort würde sich dafür besser eignen als unser „stilles Örtchen“?

Denn das „stille Örtchen“ ist einer der ganz wenigen Orte, an denen Rückzug gesellschaftlich toleriert und sogar erwünscht ist, ohne dass Sie sich rechtfertigen müssen. Niemand wird Sie nach Ihren Gründen fragen, wenn Sie die Toilette aufsuchen. Niemand wird Sie stören – es sei denn, Sie blockieren das einzig verfügbare WC für längere Zeit. Im Normalfall gilt: Am „stillen Örtchen“ wird uns unsere Privatsphäre bedingungslos zugestanden.

Das „stille Örtchen“ als Rückzugsort und Kraftquelle

Und: Weil der Klogang zu unseren Grundbedürfnissen zählt, findet sich ein „stilles Örtchen“ an nahezu jedem Ort. Was gerade dort praktisch ist, wo normalerweise Hektik und Betriebsamkeit herrschen. So mancher Manager soll sich schon durch eine kleinere „Sitzung“ auf eine ganz grosse Sitzung vorbereitet haben. Und was für Raucher die Zigarettenpause am Arbeitsplatz ist, ist für ihre nichtrauchenden Kollegen der Gang zur Toilette – es weiss ja niemand, ob man tatsächlich „muss“.

Statistische Untersuchungen sollen sogar gezeigt haben, dass die Verweildauer am WC bei Ehekrisen zunimmt. Ob das daran liegt, dass Ehekrisen Verdauungsbeschwerden fördern, oder ob sich Krisengeplagte am WC bewusst eine Auszeit vom Partner nehmen, ist leider ungeklärt. Wie dem auch sei: Ganz intuitiv nutzen offenbar viele Menschen das „stille Örtchen“ als Rückzugsort und Gelegenheit zum Durchatmen.

​Natürlich Swiss Quality. Natürlich das Beste.

​Erfahren Sie alles, was Sie über unsere Dusch-WCs wissen müssen: Mehr Hygiene, 

mehr Komfort, mehr Wohlbefinden und mehr Lebensqualität.

Loslassen und sich von Ballast befreien

Hinzu kommt der elementar physiologische Aspekt des Toilettengangs. Uns von Harn und Stuhl zu erleichtern zählt genauso wie Atmen, Essen und Schlafen zu unseren Grundbedürfnissen. Jeder kennt das wohlige Gefühl der körperlichen Erleichterung nach dem Klogang – genauso wie das Unbehagen, wenn „es“ auf sich warten lässt.

Der Ausscheidungsakt hat viel mit Loslassen zu tun. Wir entledigen uns von Ballast, der für unseren Körper keine Funktion mehr hat. Denn alle lebensnotwendigen Bestandteile unserer Nahrung wurden im Magen-Darm-Trakt herausgefiltert und durch die Darm-Schleimhaut aufgenommen. Der Rest darf und soll den Körper wieder verlassen. Durch das Loslassen des Stuhls aus dem Enddarm wird wieder Platz für Neues geschaffen. Loslassen hat daher etwas zutiefst Befreiendes.

Körperliche und geistige „Reinheit“ finden

Mindestens ebenso wichtig wie das Loslassen ist das Gefühl der Reinheit danach. Erst wenn „da unten“ wirklich alles sauber und trocken ist, können wir das stille Örtchen mit einem angenehmen Gefühl verlassen. Sauberkeit ist mehr als eine soziale Anforderung. Für die meisten Menschen sind Sauberkeit und körperliches Wohlbefinden aufs Engste miteinander verknüpft.

Reinheit hat neben dem äusseren auch einen inneren Aspekt. Wenn wir von Sorgen und Ängsten geplagt werden, tut es gut, mit dem inneren Gedanken-Tohuwabohu aufzuräumen und Klarheit zu finden. Was oft leichter gesagt als getan ist!

Am stillen Örtchen: Durchatmen und hinspüren

Daher wollen wir Sie einladen: Nehmen Sie sich doch bei Ihrer nächsten Sitzung einmal ganz bewusst ein paar Minuten Zeit für sich selbst. Probieren Sie eine kurze „Toilettenmeditation“. Sie müssen dafür nichts weiter tun als eine bequeme Sitzposition einzunehmen und einige Minuten auf ihren Atem achten. Wenn es Ihnen angenehmer ist, dann schliessen Sie dabei Ihre Augen. Spüren Sie nun einfach die Abfolge Ihrer Atemzüge, ohne sie zu beeinflussen. Versuchen Sie auch, den Rest Ihres Körpers wahrzunehmen und beobachten Sie einfach, wie es sich gerade anfühlt. Wenn dabei Gedanken auftauchen, dann nehmen Sie diese zur Kenntnis und lassen sie wieder vorüberziehen – wie Wolken am Himmel. So kann das innere „Gedanken-Karussell“ allmählich zur Ruhe kommen.

Achtsamkeit in den Alltag integrieren

Meditation bedeutet nichts anderes, als völlig im Hier und Jetzt und völlig bei sich zu sein. Manche nennen es auch Achtsamkeit. Es geht darum zu akzeptieren, wie es sich in Ihrem Inneren gerade anfühlt, ohne Ihre Gefühle und Empfindungen als „gut“ oder „schlecht“ zu bewerten. Schon allein das nimmt viel Druck. Auf längere Sicht hin können Sie so eine akzeptierende und wertschätzende Haltung sich selbst und anderen gegenüber entwickeln.

Meditation oder Achtsamkeit ist keine Flucht vor dem Alltag, sondern sollte ganz im Gegenteil ein Teil unseres Alltags sein. Und welcher Ort würde sich besser dazu eignen als einer, den wir sowieso regelmässig aufsuchen – unser stilles Örtchen?