„Cremen und salben hilft allenthalben.“ Diese Weisheit packt man gerne aus, wenn man den Arzt meiden und auch sonst keinem von irgendwelchen Leiden erzählen will. Wann wäre das eher der Fall, als wenn das Hinterteil juckt? Wer ginge schon gerne zu seinem Nachbarn, Freund oder auch Arzt, um dem zu erzählen: „Du, mich juckt es immer um den After, was soll ich bloß tun?“ Nette Plaudereinen sehen anders aus. Nur: Cremes und Salben sind nicht immer und für alles eine Lösung, sie können – falsch oder zum falschen Zeitpunkt angewendet – sogar Schaden verursachen. Was aber hilft?

Wir haben uns in dieser Reihe mit dem Darm und allem, was ihn krank macht, auseinandergesetzt. Allen Themen gemeinsam war, dass der Stuhlgang aus der Norm fiel – sei es, weil ständig alles floss oder aber gar nichts mehr ging oder nur mit viel Druck. Alles stellt eine Belastung für die Haut am After dar:

  • Pressen fördert Hämorrhoiden (lesen Sie dazu unser E-Book zum Thema Hämorrhoiden),
  • harter und auch grosser Stuhl kann zu Verletzungen wie Analfissuren führen
  • Durchfall reizt durch ständige Befeuchtung und die darauf folgende Reinigung die Haut am After

Dass bei all dem wichtig ist, den Darm wieder gesund zu machen, damit das Leiden aufhört und damit auch die Haut wieder aufatmen kann, ist klar, aber: Was bis dahin? Wie geht man mit der brennenden, juckenden, teilweise sogar blutenden Haut um? Hier unsere fünf Tipps für eine schonende Hygiene im Intimbereich:

​30 ​ Rezepte gegen Verdauungsbeschwerden: 

Von knuspriger Hähnchenbrust mit Zucchinigemüse über ​bunte Gemüsesuppe
bis hin zu leckerem Johannisbeersorbet.

  1. Vermeiden sie starkes Reiben mit trockenem Papier sowie Feuchttücher oder Intimsprays. Während das trockene Papier durch die Reibung reizt, tun es die Fechttücher oder andere parfümierte Produkte durch die Chemie. Besser ist die Reinigung mit klarem Wasser (am besten ohne Seifenzusätze, es sei denn, Sie haben vom Arzt oder Apotheker ein speziell empfohlenes Produkt). Gut geeignet ist dazu ein Dusch-WC, das nach Ihrem Stuhlgang einen sanften Wasserstrahl auf Ihren After richtet und anschliessend mit einem angenehmen Föhn nachtrocknet. So reizen Sie Ihre Haut nicht neu, sondern gönnen ihr eine milde Pflege, welche die Heilung unterstützt.
  2. Wenn Sie kein Dusch-WC haben, eignet sich auch ein weicher Waschlappen, der nicht fuselt. Verwenden Sie lauwarmes Wasser (ohne Zusätze) und vermeiden Sie, stark zu reiben. Tupfen Sie noch vorhandene Stuhlresten weg und trocknen Sie dann mit möglichst weichem und vor allem parfumfreiem Papier nach. Reiben Sie auch dabei nicht, tupfen Sie besser. Auch ein Sitzbad kann Erleichterung verschaffen. Auch da sollte auf Zusätze im Wasser verzichtet werden.
  3. Tragen Sie Unterhosen aus Baumwolle, da diese atmungsaktiv sind und Feuchtigkeit aufsaugen. Damit sorgen Sie für ein gesünderes Klima in der Hose (ansonsten haben auch Ekzeme gute Aussichten, zu gedeihen, da diese sich in einem feuchtwarmen Klima besonders wohl fühlen).
  4. Tragen Sie Binden mit hohem Watteanteil und wenig Chemie (auch hier keine Parfumstoffe). Die Watte hilft zusätzlich, Schweiss und eventuell austretende Sekrete aufzunehmen und hilft so, das Intimklima trocken zu halten.
  5. Gezielt salben und cremen kann durchaus helfen. Bei starkem Juckreiz können anästhesierende Salben helfen, nicht immer muss gleich zu Antibiotika oder Kortison gegriffen werden. Auch Salben auf Kamillenbasis oder Hausmittel wie Cremes auf Zinnbasis können helfen sowie Babycremes und –puder. Bei einer akuten Analfissur gibt es Zäpfchen oder Salben, die meist eine lokal betäubende Wirkung haben und damit die Schmerzen lindern. Auf diese Weise gibt man der Wunde Ruhe (neigt man doch sonst dazu, ständig etwas dran zu machen) und sie kann heilen. Wird die Fissur chronisch, gibt es Präparate, die dazu dienen, die Schliessmuskulatur am After zu entspannen und die Durchblutung anzuregen. Wichtig ist dabei aber: Probieren Sie nicht einfach selber aus, was nun helfen könnte, denn damit ist das Risiko, dass alles noch schlimmer wird, grösser als die Aussicht auf Heilung. Lassen Sie sich vom Arzt oder Apotheker beraten! Das sind Sie sich und Ihrem wunden Po schuldig.

Hier wie überall gilt aber immer noch: Vorbeugen ist besser als heilen. Darum auch an dieser Stelle nochmals das altbekannte Lied: Eine ausgewogene Ernährung, genügend Flüssigkeit und Bewegung helfen dem Darm, in Schuss zu bleiben. Und: Ist der Darm gesund, freut das den Po und dessen Haut. Und schliesslich auch Sie!